Ebola in Liberia – Neuigkeiten

Hier veröffentlichen wir alle neuesten Infos zum Thema Liberia und zwar mit dem Fokus auf Informationen, die man sonst schwerlich aus den deutschen Medien erfährt.

Die Quellen, von denen wir unsere Informationen erhalten, sind

  • The Government of Liberia
  • Agence France Press und andere Nachrichten-Agenturen
  • United Nations in Liberia ( UNMIL )
  • Ärzte-ohne-Grenzen ( MSF )
  • Weltgesundheitsorganisation ( WHO )
  • World-Food-Project ( WFP )
  • UNICEF
  • Expat – List in Liberia
  • die liberianischen Zeitungen
  • Liberianer im US-amerikanischen Exil
  • befreundete Familien in Deutschland mit liberianischem Hintergrund
  • Organisationen in Deutschland mit Bezug zu Liberia
  • die 17 Mitarbeiter unserer Organisation „Help Liberia-Kpon Ma“ mit ihren Familien
  • unzählige liberianische Freunde in Liberia
  • einige deutsche Freunde, die in Liberia arbeiten
  • einige liberianische Mediziner im Lofa-, Nimba-, Bong- und Montserrado-County in L.
  • meine sehr große liberianische Familie in L.

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9. Juni 2016

Heute erklärte die WHO Liberia – wieder – offiziell als Ebola-frei.

19. Mai 2016

Nicht von Ebola, aber mit Lassa-Fieber angesteckte Personen wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 alleine in Liberia sieben bestätigt. 38  Lassa-Fälle sind bzw. waren stark darauf verdächtigt.

11. Mai 2016

Nachdem vor wenigen Tagen die letzten Ebola-Fälle in Liberia, zwei behandelte Kinder, als geheilt entlassen wurden, darf sich das Land ab 9. Juni wieder als Ebola-frei erklären, falls dann nicht wieder neue Fälle auftauchen sollten.

2. Mai 2016

Die beiden Kinder, welche durch die Ebola-infizierte Frau aus Guinea Ende März in einer ETU mit dem Mittel Z-Mapp behandelt wurden, sind nun dadurch so weit genesen, daß sie in den nächsten Tagen als geheilt entlassen werden.

Neun Personen allerdings, die Kontakt mit ihnen hatten, sind noch von sogen. Tracking-Teams gesucht.

13. April 2016

Nachdem am 31. März eine Ebola-infizierte Frau von Guinea nach Liberia kam, ist das ‚Virus nun doch wieder in unserem Land. Der relative kleine Ausbruch knapp hinter der Grenze bei Ganta konnte trotz der sogleich geschlossenen Übergänge seitens der lib. Regierung nicht fern gehalten werden, da viele Menschen seitlich die Kontrollen umgehen.

Die 30-Jährige fuhr krank all die Hunderte von Kilometer in die Hauptstadt, wo die Familie sie angesichts der Symptome sofort zum Redemption Hospital nach Dualla brachte. Dort starb sie nur wenige Tage darauf.

Bestätigt ist, daß nun ihre beiden drei- und fünf -jährigen Kinder das Virus inne haben, wogegen sie kürzlich im einzig noch bereiten Ebola Treatment Unit in ELWA mit dem amerikanischen Mittel Z-Mapp behandelt wurden. Der Rest der Familie aus dem Viertel Neezo steht unter Quarantäne.

 

14. 01.2016

Laut WHO darf sich unser Land Liberia nun zum dritten Mal offiziell als Ebola-frei erklären. Doch ist weiterhin höchste Vorsicht geboten, denn wie im September schon groß gefeiert, warf dann ein einziger Fall Anfang November die Nation wieder zurück.

10.01.2016

Arte hat eine Dokumentation zu Ebola in Liberia erstellt, die am 12.01.2016 ausgestrahlt werden soll! Mawah ist der Ort, wo wir unsere Clinic haben. Wir kennen seit zehn Jahren alle die Menschen, die in der Dokumentation vorkommen. Victoria, die Haupterzählerin, war bis vor kurzem unsere beste Hebamme dort.

Hier der Link zum Trailer: http://future.arte.tv/de/ebola/ebola-das-virus-ueberleben
Und hier die Webdokumentation von Arte. Zum Lesen einfach mit dem Scrollbalken (rechts) nach unten scrollen.

11.01.2016

Kommen bis dahin keine neuen Fälle, so kann Liberia – wieder – am 15. Januar als Ebola-frei erklärt werden nach den Richtlinien der WHO.

04.12.2015

Nachdem vor wenigen Tagen der neueste Ebola-Fall in Liberia, ein 15-jähriger Junge, an seiner Krankheit gestorben ist, konnten aber gestern sein Bruder und sein Vater als gesund aus der Ebola-Treatment-Unit ( ETU ) entlassen werden. Seitdem zählt die Nation wieder 42 Tage laut den Regeln der WHO, nach denen das Land als Ebola-frei erklärt werden darf, falls kein neuer Fall auftritt. Von den 165 potentiell Verdächtigen sind 34 Personen mit hohem Risiko behaftet, doch befinden sich alle nun schon die dritte und letzte Woche ohne Ebola-Symptome in der ETU und können wahrscheinlich in wenigen Tagen auch entlassen werden.

27.11.2015

Anfang des Monats erkrankte ein Junge, sein Bruder und deren Vater plötzlich und schwer an Ebola. Nach einer kurzen Erstuntersuchung im regierungseigenen J.F.K. -Krankenhaus wurden sie alle umgehend in das ELWA-Ebola-Treatment-Krankenhaus ( ETU ) gebracht. Dort sind sie nun im Hochisolationstrakt untergebracht. Vor wenigen Tagen starb der erste Erkrankte, der kleine Junge. Professionelle Teams sind dabei, alle Kontaktpersonen zu überwachen und die Quelle der Infektion heraus zu finden. Diese ist offiziell noch völlig unbekannt. Nachbarn des Wohnhauses der Familie allerdings behaupten, daß diese Kontakt mit Reisenden aus Sierra Leone hatten. Die infizierte Familie wohnt in der Duport-Road/Coldfield in der Nähe eines beliebten Marktes in der Hauptstadt Monrovia.

04.10.2015

Seit Anfang Sept. 2015 ist Liberia wieder offiziell von der WHO als Ebola-frei erklärt. Es gibt derzeit nur ein bis zwei Fälle im Nachbarland Guinea, die in sicheren Behandlungszentren untergebracht sind.

13.07.2015

Momentan sind in ganz Liberia vier labor-gesicherte Ebola-Fälle in ETU´s ( Ebola-Treatment-Units ). Ca. 150 weitere Personen sind nach Investigationen von sogen. Tracking Teams hoch-, mittel- oder leicht verdächtig und befinden sich unter Beobachtung. Ob diese mit dem Jungen von vor einigen Wochen, der einen Hund gegessen hatte, zusammen hängen, ist noch nicht bewiesen, doch wird die Quelle der Infektion unter Hochdruck gesucht. Alle Verdächtigen befinden sich im Marghibi-County.

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2. 07. 2015

Vor ca. einer Woche sind nun doch wieder zwei bestätigte Ebola-Fälle in Liberia aufgetreten. Der erste Fall, ein 17-jähriger Junge, ist bereits gestorben; sein Freund lebt noch; ist unter Behandlung in einer Ebola-Treatment Unit ( ETU ). Begonnen hat alles so, dass in der Anfangsphase der schlimmen Ebola-Krise Mitte letzten Jahres die Ebola-Leichen noch nicht in einem Krematorium verbrannt werden konnten, sondern weit außerhalb der Hauptstadt bei Harbel/Flughafennähe vergraben wurden. Dies geschah nicht sehr tief, so dass beobachtet wurde, wie ausgehungerte Hunde die Leichen wieder ausbuddeltet und anfraßen. Lange glaubte man, dass das Ebola-Virus den Hunden nichts anhaben könnte, da sie normal weiterlebten. Doch nun wurde bekannt, daß eben vor einer Woche ein Junge aus dem Dorf Nendowein im Marghibi-County einen der schon fast verrotteten Hundekadaver ausgrub. Er ließ ihn von einer schwangeren Frau zubereiten, um ihn zu essen. Kurze Zeit darauf wurde er krank und starb wenige Tage später. Auch sein direkter Freund zeigt Ebola-Symptome und ist unter Behandlung. Sogenannte „Contact-Tracers“ haben ca. 100 Personen ausfindig gemacht, die mit den beiden in Kontakt kamen und diese sind nun alle unter strenger Beobachtung. Die Region, ja, das ganze Land ist wieder hoch sensibilisiert.

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24.06.2015

Ende März gab es nochmal diesen – letzten – Fall von Ebola in Liberia und seit April ist unser Land endgültig und von der WHO offiziell als „Ebola-frei“ erklärt worden. Allein in den Nachbarländern Sierra Leone und Guinea gibt es noch ( weniger als insgesamt 30 ) Fälle und auch diese weit weg von den Grenzen Liberias, nämlich um/in den Hauptstädten Freetown und Conakry.  Liberia kontrolliert an seinen Grenzen zu diesen Nachbarn sehr streng! Zwar können heimliche Überquerungen der Grenze im Busch nicht ausgeschlossen werden, doch darf man davon ausgehen, dass Liberia sicher ist. Vorsichtsmaßnahmen sollte ein jeder beachten, so wie es auch die Liberianer tun, womit sie es ja geschafft haben, ihr Land als erstes frei von dieser Seuche zu kriegen.  Für nähere Infos darf man gerne direkte Anfragen an mich, Thomas Böhner, stellen!

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27.04.2015

Seit längerer Zeit nun schon hört man in den deutschen Nachrichten nichts mehr über Liberia. Einzig zwei deutsche Minister waren Anfang des Monats für zwei Tage in der Hauptstadt.                                                                                                                                    Liberia ist frei von Ebola! Zwar noch nicht offiziell, doch sehr bald!                                            Laut WHO gilt ein Land dann als Ebola-frei, wenn binnen zwei Monaten kein einziger neuer Fall mehr aufgetreten ist. Und dies war bis Ende März fast gegeben. Doch dann kam der Zwischenfall:                                                                                                                                   Einer der letzten Patienten, die – als geheilt – aus einem Ebola-Behandlungszentrum in Liberia entlassen wurden, konnte seine Zeit nicht mehr aushalten: die Zeit von 70 Tagen, während der die – immerhin 40% – Überlebenden noch über Sperma ansteckend sind. Er hatte kurz vor Ablauf seiner sexuellen Abstinenz Sex mit seiner Freundin und prompt erkrankte diese nur zwei Tage danach. Nachdem ihr Zustand sich binnen kurzem so rapide verschlechterte, wies ihre Familie sie in eine ETU, wo sie nur wenige Tage darauf schnell verstarb.                                                                                                                                                Sie war die bis heute letzte Ebola-Kranke in Liberia, doch beginnt das Land jetzt wieder von Neuem mit der Zählung der 60 Tage, bis es offiziell als Ebola-frei erklärt werden darf.   Verständlich, daß die Polizei den Mann nicht wegen wegen seiner Handlung, die einem Mord gleich kommt, sondern auch zum Eigenschutz vor der Wut der Bevölkerung ins Gefängnis sperrte.                                                                                                                                Liberia wartet wieder; ist aber bis heute völlig frei selbst von Verdachtsfällen. Die Einfall-Strassen aus den noch infizierten Nachbarländern Sierra Leone und Guinea werden strikt kontrolliert. Ein jeder muss sein Fahrzeug verlassen, wird Temperatur gemessen und muss – teils auf beiden Seiten der Checkpoints – die Hände gründlich mit Chlorine waschen. Dies und noch vieles ist mehr ist ein Teil der umfassenden Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Seuche. Das Land hat gelernt; ist aber noch sehr vorsichtig!

25.01.2015

Liberia hat sich verändert, seit die Seuche von Guinea im März letzten Jahres in unser Land kam. Und was noch viel wichtiger ist, die Ebola-Krise selbst hat sich verändert, ja, sie ist fast schon bloss noch ein Gesundheitsproblem geworden von einer nationalen Katastrophe beginnend, die sie noch vor wenigen Monaten war.

Was hat sich alles verändert in Liberia binnen eines Jahres; wie ist die Situation jetzt? Ein kurzer Zustandsbericht:

Am heutigen Tag kann die nationale Gesundheitsbehörde stolz vermelden, daß es in zwölf von 15 Bundesländern binnen den letzten sieben Tagen keinen einzigen Verdachtsfall auf Ebola gegeben hat; und mehr noch, in all diesen Counties innerhalb der Ausbruchszeit von Ebola-Symptomen am menschlichen Körper keinen einzigen Bürger, der sicher als Virusträger bestätigt worden ist.

Somit kann also der ganz große Teil des Landes vorsichtig als Ebola-frei bezeichnet werden. Einzig in der Hauptstadt und in den Bundesländern, die an diese angrenzen und in Richtung der Grenze des Nachbarlandes Sierra Leone gehen, sind noch eine Handvoll Ebola-Patienten in Behandlung.

Dort, in Sierra Leone, wütet der Virus noch am schlimmsten von allen bisher betroffenen Staaten. Allerdings haben die medizinischen Initiativen, teils staatlich, aber mehr ausländische Hilfsorganisationen, die Situation jetzt auch immer besser im Griff. Die Lage wird auch da langsam von Woche zu Woche besser.

Infizierte fliehen kaum noch illegal über die Grenze ins besser versorgte Liberia. Trotzdem ist der dort liegende County Grand Cape Mount derzeit noch das Sorgen-Bundesland für die Gesundheitsbehörden.

Im Lofa-County, genau bei der Stadt Foya, wo der Virus von Guinea über die Grenze nach Liberia trat und es anfangs am meisten Ebola-Fälle gab, hat Ärzte-ohne-Grenzen sein großes Behandlungszentrum sogar aufgelöst bzw. abgegeben.

Deren größte Ebola Treatment Unit, ELWA-III genannt und mit einer Kapazität von 250 Betten die größte Ebola-Behandlungseinheit weltweit, wurde nun auf 60 Betten reduziert, da dort nur noch sechs Ebola-Kranke aufgenommen sind.

Die ETU, welche als letzte in Liberia Ende Dezember eröffnet wurde, die unter deutscher Führung aufgebaut vom Technischen Hilfswerk, der Bundeswehr und den Technikern des Deutschen Roten Kreuzes wurde, beherbergte noch nie Patienten.

Es gehen Überlegungen seitens des WHO und der UN um, wegen der vorbildlichen Ausstattung, deren Errichtung evtl. mit einer der Gründe für deren Verzögerung war, diese weiter als Schulungsstätte zu benutzen. Sie wurde errichtet in unmittelbarer Nähe der drei ersten ETU´s, darunter der größten überhaupt und neben dem großen Ebola-Behandlungszentrum der Chinesen. Auch die US-Amerikaner konnten etliche große ETU´s eröffnen, nur wenige Wochen nach ihrer Ankunft im Land.

So stehen nunmehr im ehemaligen Brennpunkt der Epidemie, in der Hauptstadt Monrovia, allein sechs große Ebola-Behandlungszentren; vier davon in unmittelbarer Nähe der deutschen.

Liberia ist ergo bezüglich dieser Vorsorgung bestens ausgestattet. Selbst die Sanitätsfahrzeuge, mit denen es früher bitterste Probleme gab, wenn sie auf Notruf geholt werden sollten, sind jetzt überall zufriedenstellend im Einsatz. Überall im Land sind sogenannte Tracking Teams unterwegs, welche die Quelle von infizierten Personen nachverfolgen sollen. In den Haushalten werden die Familien unterwiesen, wie sie sich bei einem Ebola-Verdachtsfall im Haus verhalten sollen. Ärzte-ohne-Grenzen startet bald wieder mit einer kostenlosen Verteilaktion von nützlichen Utensilien wie Moskitonetzen etc.

Und auch das Verhalten der Menschen im Alltag hat sich verändert; die Politik hat gute Effekte gezeitigt.

Nirgendswo werden bei der Begrüßung noch die Hände geschüttelt, obwohl dies gerade in Liberia lange Tradition ist. Stattdessen wurde ein neuer Gruß erfunden; eine Art gegenseitiges Abklopfen mit dem bekleideten Ellbogen. Auch jegliche sonstige Berührung wird tunlichst vermieden. Selbstverständlich gibt es auch keine Umarmungen mehr. In den Kinos sitzen die Leute mit großem Abstand, obwohl das für die Betreiber ein immenser Einkommensverlust ist.

Die früher überfüllten Sammeltaxis dürfen nur noch zwei Fahrgäste auf den Hintersitzen transportieren und tun es auch so.

Alle paar hundert Meter findet man Möglichkeiten, sich mit Chlor die Hände zu desinfizieren, ebenso vor jedem Geschäft und vielerlei sonstigen Institutionen.

Die Senatswahlen, welche eigentlich im Herbst hätten stattfinden sollen, wurden verschoben wegen den Gefahren bei großen Menschenansammlungen. Doch jetzt wurden diese kürzlich nachgeholt, weil einfach die Behörden den guten Eindruck gewannen, daß das Risiko einer Ansteckung wesentlich geringer geworden ist.

Die Schulen eröffnen nun nach langer Zeit wieder Anfang Februar, werden aber ein verkürztes Schuljahr nur bis November durchführen.

Im ganzen Land gibt es die traditionellen Beerdigungen bei Verdachtsfällen nicht mehr. Ebola-Tote wurden verbrannt; dies eine Bestattungsform, die in Liberia bisher gänzlich unbekannt war. Wissenschaftler glauben, dass dies noch einen schlimmen langfristigen posttraumatischen Effekt haben wird, wenn die Familienangehörigen nicht mehr lang und intensiv von ihren Verwandten Abschied nehmen können.

Viele Familien wurden ja selbst zur Gänze ausgelöscht. Es gibt immer wieder Erzählungen, daß Nachbarhäuser völlig leer stehen, weil alle, einfach alle Bewohner darin gestorben sind.

Doch hat die Seuche auch noch Positives bewirkt, wie z. B. daß die Menschen wieder mehr zusammenhalten. Gottesdienste werden mehr besucht und die Priester haben auch viel zu einer Bewußtwerdung im richtigen Umgang mit der Krankheit beigetragen.

Die Krankenhäuser öffnen langsam wieder, obwohl die Anzahl der einheimischen Ärzte im ganzen Land von vorher etwas über 60 sich auf etwa 20 dezimiert hat; für weit über vier Millionen Einwohner!

Die ausländischen Mediziner, die nun noch zuhauf in Liberia sind, doch nicht mehr wie geplant Ebola-Patienten behandeln können, weil einfach keine mehr da sind, wenden ihre Aufmerksamkeit all den anderen schlimmen Krankheiten zu, für die das liberianische Gesundheitssystem auch vor der Krise schon nicht stark genug war.

Erwähnenswert ist, daß die deutsche Regierung dem Land Liberia 400 Motorräder gespendet hat. Wenn man bedenkt, daß es nur wenige Dutzend bisher gab, um die Impfkampagnen im gesamten unzugänglichen Busch bisher durch zu führen, so ist dies schon ein großes und vor allem nachhaltiges Geschenk.

Dabei darf man auch den Airbus A-340 nicht vergessen, den Deutschland für solch hochinfektiöse Transporte wie eben hier denkbar hat bauen lassen und ihn der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt. Bisher gab es weltweit dafür nur ein US-amerikanisches Flugzeug.

Er wird nun hoffentlich in Liberia nicht gebraucht werden.

Doch sollte man nicht vergessen, daß diese furchtbare Seuche mit einer einzigen infizierten Person nur begann. Noch ist nicht alles vorbei!

08.10.

Sehr verehrte Leser meiner täglichen Kolumne über die Ebola-Neuigkeiten in Liberia!Leider kann ich diese nicht mehr fortführen. Es geht nicht mehr! Um eine wirklich gute Recherche leisten zu können, muß so viel Zeit investiert werden, daß ich dies als alleinige Person nicht mehr stemmen kann. Doch ich hatte darauf einen nicht geringen Anspruch, den ich nicht mehr gewährleisten kann, da die andere Vereinsarbeit und auch die privaten Belange darunter zu kurz kommen. Das darf nicht sein! Wohl möchte ich weiterhin über die Arbeit unserer Organisation, insbesondere was Ebola betrifft, hier informieren, doch nicht mehr das ganze Land betreffend.

Ich danke allen, die Interesse gezeigt haben und wir halten weiter den Menschen in Liberia die Stange beim Kampf in dieser furchtbaren Krise!

God bless Liberia!
07.10.

  • Mit der Bitte um sofortige Akzeptanz hat die liberianische Justizministerin die Präsidentin um ihren Rücktritt gebeten. Sie ist frustriert über die mangelnde Kooperation und Hindernisse, die ihr in den Weg gelegt werden insbesondere bei dem millionenschweren Betrugsfall in der Telefon-Zentrale ( National Security Agency ) der Ebola-Hotline.

Das liberianische Justizministerium

  • Der Fall des Liberianers Eric Duncan, der das Ebola-Virus in die USA getragen hat, schlägt in seiner Heimat größte Wellen. So sprechen Freunde und Bekannte in den schlechtesten Tönen über ihn, er hätte grundsätzlich egoistisch gehandelt und man versucht fast, mit Schuldzuweisungen bei dem Mann, der derzeit mit dem Leben kämpft, sich bei den Vereinigten Staaten wieder rein zu waschen.
  • Eine wachsende Zahl von in Liberia lebenden Ausländern hat vor wenigen Tagen eine Privatinitiative gegründet, die mit PR-Maßnahmen darauf hin arbeitet, dass Reisebeschränkungen aufgehoben bzw. gar nicht erst zustande kommen. So soll der Fluss von Hilfen in jeder Form nach Liberia weitestmöglich gewährleistet bleiben.
Do what you do everyday - Keep Flying to West Africa and help us to fight off Ebola today

Do what you do everyday – Keep Flying to West Africa and help us to fight off Ebola today

06.10.

In eigener Sache:

Für zwei Tage funktionierte diese Seite technisch nicht so wie sie sollte und es war mir deshalb nicht möglich, Nachrichten zu schreiben. Vom heutigen Tag an werde ich mich wieder bemühen, dies nach meinen Möglichkeiten zu tun.

  • Die Kleinstadt Mawah kam leider in den letzte Tagen auf schlimme Weise in die Schlagzeilen: Die Gemeinde am großen St.Paul-River, über den manchmal bis zu hundert Menschen wöchentlich in die Buschclinic unserer Organisation pilgern, um medizinische Behandlung zu erhalten, ist vollkommen abgeriegelt. Kein Besucher darf hinein und niemand darf auf den großen Handii-Markt, was bedeutet, daß die Menschen dort derzeit erbärmlich hungern. Die Regierung sperrt zwar ab, doch kümmert sich nicht um die Folgen. Nachdem dort auf einen Schlag acht Menschen an Ebola verbluteten, wurden weitere 17 Bürger in das Ebola-Center nach Gbarnga gebracht. Dort allerdings, so wurde erst jetzt bekannt, kam es am vergangenen Mittwoch schon zu einem Streik der Gesundheitsarbeiter. Sie forderten endlich die Auszahlung ihrer Löhne, denn obwohl die sonst gelobte amerikanische Organisation „Samaritains Purse“ die Helfer dort mit 50.- US-Dollar wöchentlich unter Vertrag hat, erhielten sie die ganze letzte Zeit nichts für ihre nicht nur harte, sondern auch extrem gefährliche Arbeit.
  • Die wirtschaftliche Not in Liberia nimmt immer mehr zu. ‚Aufgrund der Quarantänen oder anderer Ängste, Restriktionen oder Problemen pflanzten die meisten Bauern schon bei Beginn der Regenzeit kaum etwas an. Dies hat besonders furchtbare. erst später offensichtlich werdende Auswirkungen, weil der Lofa-County die „Kornkammer Liberias“ ist, dort jedoch der Ausgang der Ebola-Seuche war. 40 % der Bruttoinlandsprodukts in Liberia bestehen aus  Landwirtschaft. Der malaysische Konzern „Sime Darby“, weltweit größter Produzent von Palmöl, hat seine Tätigkeit in Liberia stark verringert, weil ausländische Spezialisten fernbleiben und die Transportwege eingeschränkt sind.1/3 aller Flüge nach Liberia wurden seit der Ebola-Krise völlig eingestellt. Auch der Konzern „Arcelor-Mittal“ sistiert seinen Ausbau der Eisenerzmine bei Yekapea und die Arbeiten am Hafen in Buchanan. Dies hat wiederum Folgen für die Arbeiter, die nichts verdienen und deren Familien leiden. Caterpillar, der US-Spezialist für Bergbaumaschinen, zog seine Techniker aus der Region ab und die kanadische „Overseas Petroleum“, die vor der liberianischen Küste Probebohrungen durchführte, stellte diese ein.
Beendet den Hunger in Liberia, lasst uns mehr Nahrung wachsen

Beendet den Hunger in Liberia, lasst uns mehr Nahrung wachsen

  • Die kanadische Biotechfirma „Tekmira“, welche das Patent an einem der beiden Ebola-Impfstoffe besitzt, vermeldet stark steigende Aktienkurse.
  • Der liberianische Finanzminister Konneh mußte das Gesundheitsbudget für 2015 von 8 auf 25 % der gesamten Staatsausgaben erhöhen.

           

04.10.

  • Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen schätzt, daß zur Hilfe in der aufkeimenden Hungersnot für die drei betroffenen Ebola-Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia die riesige Summe von 87 Millionen US-Dollar von Nöten sein wird, um nur mal fünf Monate zu überbrücken.
  • Die von den US-Truppen geplanten Ebola-Center sind bis auf wenige Ausnahmen fast alle weit außerhalb der Stadt auf großen weiten Flächen geplant. Obama hat die Zahl der US-Helfer, die kommen sollen, von 3000 auf 4000 erhöht und zwar Ingenieure, Mediziner und Luftfahrtspezialisten. Jetzt bereits arbeiten zwei neue Testlabors der Amerikaner und trotz heißer Diskussionen wollen sie bis 18. Oktober ein Ebola-Center eröffnen, das ausschließlich nur infiziertes Personal behandeln soll und nicht die allgemeine Bevölkerung auch.
Schutzkleidung beim Trocknen nach dessen Desinfektion in einem Ebola-Behandlungszentrum

Schutzkleidung beim Trocknen nach dessen Desinfektion in einem Ebola-Behandlungszentrum

03.10.

Ebola-Fälle nach Ländern

Ebola-Fälle nach Ländern

  • Das Leben in Liberia hat sich in den letzten Monaten massiv verändert: Es gibt schlimme Gerüchte, daß die neu eingetroffenen US-Soldaten von der liberianischen Stammes-Elite, den „Congo´s“ hergeholt wurden, um die Macht zu übernehmen. Zudem Gerüchte, daß diese durch die Krankenhäuser schreiten, um die Kranken auszuwählen und dann hinaus werfen. Der Gesundheitsminister selbst mußte dies dementieren. Die Menschen beginnen, um ihre Existenz zu kämpfen, denn das Grundnahrungsmittel wird nicht nur unerschwinglich teuer; selbst an der Quelle, in den Nähe des Freeport kostet ein Sack Reis mittlerweile verrückte 50.- US-Dollar. Ja, es gibt nicht einmal mehr Reis zu kaufen in den meisten Läden und man sagt, Ende November sind die Vorräte Liberias aufgebraucht. Was sich dann vor allem in den Köpfen der Bevölkerung auftun wird, ist kaum vorstellbar. Jetzt schon ist Ellen Johnson-Sirleaf die meist gehasste Person im Land, denn ihr schreibt man alles zu. Die Wirtschaft ist auf einem Tiefpunkt wie kurz nach dem Krieg angelangt und der große Brauerei-Konzern „Heineken“ hat sein Investitions-Versprechen zurück gezogen, der Schweizer „Club-Brewery“ Konkurrenz zu machen.
Einer von vielen Reishändlern im Stadtteil Dualla; - noch gut bestückt, weil ein Bild vom April 2014

Einer von vielen Reishändlern im Stadtteil Dualla; – noch gut bestückt, weil ein Bild vom April 2014

  • Nun werden die Ausländer, welche sich in Liberia an Ebola anstecken, mehr. So hat sich ein Kameramann der NBC infiziert und ist in die amerikanische Heimat ausgeflogen worden. Auch ein ugandischer Arzt kam zur Behandlung nach Frankfurt.
  • Sicher auch, um seine Beziehungen zu den USA zu pflegen, veröffentlichte die liberianische Regierung heute, daß sie es vorbereiten, Thomas Duncan, den Mann, der das Virus kürzlich in die Vereinigten Staaten trug, vor Gericht zu bringen. Zwar wünschen sie ihm eine schnelle Genesung, doch klagen sie ihn an, weil er am Robertsfield Airport in einem Frageformular nicht den Kontakt mit Ebola-Infizierten angab. Tatsächlich fuhr er aber eine Ebola-Infizierte Schwangere per Schubkarren in eine lokale Gesundheitsstation. Derweil sind aus dieser Nachbarschaft bereits drei Menschen gestorben und viele aus dem 72-nd-SKD-Boulevard unter Quarantäne. Die 19-Jährige, der sogen. „Patient Zero“, wurde ohne Gedanken an die Trinkwasserquellen dort nicht weit hinter der ehemaligen Residenz von Charles Taylor einfach begraben.

02.10.

  • Noch nicht die US-Army, aber jetzt erstmals die liberianische Armee hat Ebola-Opfer unter ihren Reihen. Eine Soldatin wurde nach der Rückkehr von ihrem Heimaturlaub krank, infizierte eine Krankenschwester und zwei Kameraden. Wie erst jetzt bekannt wurde, war eine Kaserne bereits seit Anfang Juli unter Quarantäne und ist sie auch noch weiterhin.
  • 1.677 Menschen hat das Ebola-Virus bis zum 1. Oktober d. J. in Liberia umgebracht. Dazu sterben noch täglich unzählige Schwangere, weil sie wegen schwieriger Geburten keine Hebamme kriegen oder Menschen an ganz normalen Krankheiten, weil kein Arzt, ja nicht mal ein Gesundheitsarbeiter mehr in weitestem Umkreis zu finden ist. Alle haben entweder selbst Angst, angesteckt zu werden oder sind einfach weggestorben, wo es doch eh vorher schon kaum medizinische Helfer gab. Die Patienten nehmen weiteste strapaziöse Fahrten in Kauf, wofür die Verwandten die letzten Ersparnisse opfern und treffen dann doch niemanden an. Selbst in der früher besser ausgestatteten Hauptstadt sind die meisten Krankenhäuser geschlossen oder haben äußerst restriktive Aufnahmebedingungen.
Der Entbindungstisch in unseren Buschclinicen wird an allen Tagen der Woche rund um die Uhr benutzt; - auch in Ebola-Zeiten!

Der Entbindungstisch in unseren Buschclinicen wird an allen Tagen der Woche rund um die Uhr benutzt; – auch in Ebola-Zeiten!

  • Das „World Food Project“ baut zwei neue Ebola-Zentren mit je 200 Betten beim Verteidigungsministerium und beim großen SKD-Stadion etwas außerhalb stark bevölkerter Gegenden. Lokale Baugesellschaften wurden einbezogen, damit die Gemeinden und Anwohner Vertrauen schöpfen und keine Antipathien entwickeln.

01.10.

  • Vorgestern brachte der Representative Edward Forh von New Kru Town, also fast vergleichbar mit dem Status eines Ministerpräsidenten eines Bundeslandes, seine kranke Tochter in das große Regierungskrankenhaus JFK mit Fieber und plötzlichem schlechtem Allgemeinzustand. Schon bei der normalen Notaufnahme stieß er daher bald auf Widerstand des Personals, sie dort weiter zu untersuchen. Schnell wurde das Mädchen ins neben liegende Ebola-Center auf dem dortigen Campus transferiert. Dort mußte sie allerdings so viele Stunden warten, weil der Andrang anderer Patienten so stark war, daß das Mädchen wenige Stunden später dort starb, ohne untersucht worden zu sein. Dies brachte den verzweifelten Vater dermaßen in Rage, daß er erst das Personal gewaltsam angriff und dann auch die herbei geeilten Sicherheitsleute schlug. Polizei griff ein und der Fall, daß ein solch hoher Würdenträger gewalttätig wird, schlägt nun so hohe Wellen, daß die Präsidentin den Fall selbst in ihre Hände genommen hat und eine Untersuchung einleitete. Spätere Ergebnisse zeigten, daß das Mädchen nicht an Ebola starb; es hatte schweres Asthma.
Patienten warten oft stundenlang in den langen Fluren des JFK-Hospitals

Patienten warten oft stundenlang in den langen Fluren des JFK-Hospitals

  • Vor allem in den nördlichen Gebieten des Hinterlandes rumort es in der Bevölkerung immer mehr: Viele geben die Schuld an dem Ausbruch und der Weiterverbreitung des Ebola-Ausbruchs den Mandingo- und Kissi-Stämmen. Diese haben traditionsgemäß die Angewohnheit, viel zu reisen und dabei natürlich auch Landesgrenzen zu queren. Zudem praktizieren gerade sie Beerdigungsrituale, die höchstes Risiko einer Ansteckung bergen. Der 14-jährige Bürgerkrieg, welcher 1989 begann, war u. a. eine Auseinandersetzung der einzelnen Volksstämme in Liberia und es gibt nicht wenige Menschen, die jetzt Angst vor einem Wiederaufflackern solcher Antipathien haben angesichts der angespannten Lage überall im Land.
  • Das Finanzministerium Liberias hat gestern lautstark eine Erklärung abgegeben, daß zu den normalen Gehältern des medizinischen Personals ein großer Zuschlag monatlich gegeben wird, solange die Ebola-Krise anhält. Es wird über Summen in Höhe von 75.- US-Dollars für Schreibkräfte bis rauf zu 850.- USD für Ärzte zusätzlich zum Monatsgehalt geredet. Sogar verbleibenden Familien werden 5.000.- USD nach Sterbefällen von verwandten Gesundheitsarbeitern versprochen. Und wer nicht über Bankkonten, welche viele Mitarbeiter eh nicht haben, zu erreichen ist, denen will der Finanzminister die Zulage über mobile Teams in den Busch an „noch lebende Gesundheitsarbeiter“ in die Hand bezahlen, wie er sich ausdrückt. In der jahrelangen Vergangenheit wurden selbst normale Gehälter erst mit monatelanger Verzögerung ausbezahlt und Versprechungen nicht eingehalten.
  • Schon am 19. September in Monrovia gestartet und auf erhöhte Körpertemperatur oder andere Symptome gescannt in allen benutzten Flughäfen, entwickelte ein Liberianer, Thomas Eric Duncan, der seine Freundin in Dallas, Texas besuchte, dort erst nach vier Tagen Fieber. Ab Europa die bekannte Airline „Delta“ benutzte der Mann ab Monrovia die Gesellschaft „SN-Brussels“, in dessen Maschine auch hochkarätige Politiker saßen. Nun stehen alle neun Familienmitglieder, die Freundin und acht kleine Kinder, mit denen der Liberianer in Dallas in Kontakt war, im Haus unter Quarantäne. Der infizierte Mensch ist bei Ebola erst dann ansteckend, wenn er Symptome zeigt. Vor wenigen Tagen wurde erst wieder gewarnt, daß gerade bei Anlauf der großen internationalen Unterstützung mittels Tausender Helfer eine Übertragung in andere Länder fast nicht auszuschließen ist.

30.09.

  • Die politische Atmosphäre in den Straßen der Hauptstadt ist extrem angespannt. Angeblich erschoss die Polizei vorgestern auf offener Straße gar einen Mann, nur weil er die Ausgangssperre missachtete. Viele Polizeistationen sind nicht mehr besetzt, da die Beamten nach einigen Ebola-Fällen in ihren Reihen Angst vor weiterer Ansteckung haben oder sich um ihre Familien kümmern müssen. Da weniger Geschäfte gemacht werden können, gibt es kaum noch Einkünfte, folglich verstärkte Armut und daraus wieder immer mehr steigende Kriminalität. Wenn die Gehälter im November nicht mehr gezahlt werden können, besteht die Gefahr eines erneuten Bürgerkriegs, so sagen schon Stimmen aus dem Land.
  • Arcelor-Mittal, der große indische Bergbau-Konzern in Yekepea, hat angeblich schon 600 Container bereit gestellt für eine mögliche schnelle Flucht seiner Mitarbeiter aus Liberia.
  • Das Antivirustaticum „Lamivudine“ wird nun seit gestern in allen größeren Krankenhäusern des Landes mit Ebola-Patienten benutzt und zwar mit Euphorie verbreitendem Erfolg. Der Couny Health Officer des Bomi County, der es „entdeckt“ hat als tatsächlich wirksam in einem frühen Stadium und nur dann, wird überall gepriesen.
  • Die ersten US-Soldaten haben auch das Hinterland erreicht und haben begonnen mit Lehr-und Aufklärungsaktionen, die von der Bevölkerung guten Anklang fanden. Die Buschclinicen unserer Organisation „Help Liberia-Kpon Ma e.V.“ sind ab dieser Woche wieder voll in Betrieb; die Quarantäne ist aufgehoben. Allerdings sind von Seiten der Regierung selbst auf massive Anfragen immer noch keinerlei Schutzutensilien bereitgestellt worden. Überall im Land, vor allem aber in der Hauptstadt, gibt es Hunderte, die ratlos umher irren und sogar sterben, weil sie keine Behandlungsmöglichkeiten gegen „normale“ Krankheiten finden.
Die Yarbayah-Clinic im Fuamah District des Lower Bong County als einziger Gesundheitsposten weit und breit!

Die Yarbayah-Clinic im Fuamah District des Lower Bong County als einziger Gesundheitsposten weit und breit!

29.09.

  • Statt aus Angst das Land zu verlassen, hat der Coca-Cola-Konzern heute angekündigt, seine eh schon große Produktion zu erweitern. Sie wollen dort das „Bonaqua“-Mineralwasser und Softdrinks auch in Dosen herstellen, was bisher vornehmlich in Flaschen verkauft wurde. Ob dies die Umweltsituation in Liberia verbessert, ist sehr fraglich. Zudem kosten die 0,33l-Flaschen dann mindestens ca. umgerechnet 50 Euro-Cent, während das von der UN kontrollierte Mineralwasser in den Halbliter-Beuteln, die es überall in Liberia zu kaufen gibt, für nur 5 Cent zu haben ist. Um es der Präsidentin leichter zu machen, hat der Konzern u. a. 30 Infrarot-Fieberthermometer und 300 Eimer mit Schutzutensilien gegen Ebola an Familien bzw. Krankenhäuser verteilt. Der Vize-Vorsitzende des Konzerns in den USA ist Liberianer.
Der Haupteingang der großen Coca-Cola-Fabrik bei Paynesville vor den Toren Monrovias

Der Haupteingang der großen Coca-Cola-Fabrik bei Paynesville vor den Toren Monrovias

  • Es könnte noch eine Sensation werden: Der höchste Repräsentant der Gesundheitsbehörden des Bomi-County, Dr. Logan, gab bekannt, daß in seinem Landeskrankenhaus in Tubmanburg das Medikament „Lamivudine“ überraschend Erfolge bei der Ebola-Behandlung zeigt. Es ist eigentlich ein HIV/AIDS-Präparat, doch die Resultate sind bereist jetzt beeindruckend, meint er. Dr.Logan hatte die Idee, als er einem Wissenschaftsmagazin las, daß das Virus sich im Körper auf die gleiche Weise dupliziert wie das HI-Virus. Nur in einem frühen Stadium der Ebola-Erkrankung hat das Medikament bisher Wirkung gezeigt, dann aber so gut, daß die Patienten binnen drei bis fünf Tagen vollständig genesen sind. Zudem kann und tut das Bomi Hospital so gut für die Ernährung seiner Patienten sorgen, daß diese eben auch stark an Widerstandskräften bleiben.
  • Das Internationale Rote Kreuz ist es, das in Liberia das Ebola-Krematorium betreibt, wovon bald ein zweites eröffnet werden wird. Das ICRC unterstützt stark das liberianische Nationale Rote Kreuz, besucht Gefangene, hält Schulungen ab für Sozialarbeiter, für die Leute in den Telefonzentralen und andere Gesundheitsarbeiter. Logistik-Spezialisten beraten das Gesundheitsministerium, wie sie ihre jetzt groß reinkommenden Vorräte am besten lagern und den Nachschub managen können. Mit finanzieller und personeller Hilfe hat das Rote Kreuz weiter 280 Freiwillige ausgebildet und Anleitungen in Gefängnissen gegeben, um dort eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern.
  • Die 3000 nun langsam nach Liberia einziehenden US-Truppen sollen in erster Linie damit beschäftigt sein, 17 neue Ebola-Behandlungscenter aufzubauen. Sie sollen Personal in Massen rekrutieren und die Vorgabe haben, 500 Gesundheitshelfer pro Woche auszubilden. Viele Kritiker halten das für nicht zu realisieren und glauben, die USA wollen ihr Militär nur mal wieder in einen angenehm humanitären Kontext der Welt präsentieren.
US-Militär kämpft gegen Ebola in Liberia

US-Militär kämpft gegen Ebola in Liberia

28.09.

  • Die Regierung arbeitet hart daran, Blutplasma von Ebola-Patienten so zu präparieren, daß es Infizierten als eine Art Impfstoff injiziert werden kann.
  • Ein neues Problem wird nun immer drängender: Die Zahl an sogen. Ebola-Waisen, die in die Behandlungszentren gebracht werden, nimmt ständig zu. So kommt es immer häufiger vor, daß eine ganze Familie binnen weniger Tage fast gleichzeitig stirbt und die übrigen woanders lebenden Verwandten verweigern dann aus Angst die Aufnahme der überlebenden Kinder. Normal wäre aber diese ganz selbstverständliche Tradition, verwandte Kinder auch ohne triftigen Grund aufzunehmen.
  • Nach Angaben der Regierung gab es gewaltsame Versuche, Arbeiter von Baustellen zu vertreiben, die gerade begonnen hatten, neue Ebola-Behandlungszentren zu errichten. Die Polizei geht dabei mit äußerster Härte gegen die einbrechenden Landeigner vor.
  • Weil Beamte des Gesundheitsministeriums Anhaltspunkte meinen gefunden zu haben, unter den von Ebola-Zentren abgewiesenen Kranken könnten auch Cholera-Fälle sein, gibt es nun Überlegungen, nun in der Mitte der Regenzeit die Trinkwasserbrunnen zu chlorifizieren.
  • Eines der angesehensten Krankenhäuser in Liberia, das katholische St. Joseph Hospital, wird in den nächsten Tagen auf Anweisung des Landesbischofs wieder eröffnet. Es war für ca. zwei Monate geschlossen, da die meisten und teils besten Chirurgen und Internisten der Stadt dort dem Virus erlagen, ebenso hervorragende und rare Krankenschwestern.
Ganz links der katholische Bischof von Liberia

Ganz links der katholische Bischof von Liberia

27.09.

  • Etliche internationale Konzerne, darunter vornehmlich Bergbau-Unternehmen, haben sich in einer Gruppe zusammen geschlossen, um gemeinsam Bewusstsein im Kampf gegen Ebola zu schaffen. Sie wollen national und international Vorbild sein, daß Geschäfte trotz der Seuche in Liberia und Sierra Leone gemacht werden können. Sie plädieren dafür, daß der Grenzverkehr offen bleibt.
  • Im Grand Kru County wurde Barclayville als Platz für ein neues Ebola-Center auserkoren.
  • Im Bomi-County, also zwischen Brewersville und Robertsport, gab die Regierung die Aufgabe der Beseitigung der Ebola-Toten erstmals ab in die Hände einer Hilfsorganisation.
  • Seitdem die Island Clinic neu eröffnet hat, spürt man in den anderen Ebola-Centern eine Entlastung sogar in Form freier Betten. „Ärzte-ohne-Grenzen“ schätzt aber immer noch, daß einige Tausend Ebola-Fälle unentdeckt im Land dahinsiechen diese das Virus weiter verbreiten.
  • In Monrovia gehen 400 Freiwillige unter der Leitung von „MSF“ von Haus zu Haus, um Aufklärungsgespräche über die richtigen Verhaltensweisen bei einem Ebola-Fall in der Familie zu führen.
Ein Gesundheitsarbeiter betreibt Aufklärung in der Gemeinde

Ein Gesundheitsarbeiter betreibt Aufklärung in der Gemeinde

  • Gerüchten zufolge plant die WHO, 70 Gemeindezentren zu etablieren mit je 15 bis 30 Betten. Dorthin sollen dann auch unter Gewaltanwendung solche Verdachtsfälle aus Familien gebracht werden, die sich bisher weigerten, ihre Angehörige in Behandlung zu geben.
  • Unbestätigten Berichten zufolge nimmt die Zahl der Flüchtlinge aus West-Afrika exorbitant zu, die fälschlicherweise bei ihrer Ankunft in Italien angeben, sie wären aus Liberia. Sie erhoffen sich dadurch, eher bleiben zu dürfen angesichts der dortigen lebensbedrohenden Ebola-Epidemie.

26.09.

  • Mr. Braithwaite, ein sehr hochrangiger Beamter des Gesundheitsministers ist gestern unerwartet an Ebola verstorben. Laut Familienangehörigen litt er an entgleistem Diabetes und erschien die letzte Woche deshalb vor Schwäche icht mehr zum Dienst. Trotzdem wurde das Tagesprogramm in den Besprechungen des Ministeriums sofort geändert und laut dem Minister selbst angeordnet, das gesamte Gebäude zu sprühdesinfizieren. Seine nächste Vorgesetzte, in deren Büro er oft war, setzte sich selbst freiwillig unter 21 Tage Quarantäne.
  • Wie in letzter Zeit von vielen Seiten gefordert, hat das Gesundheitsministerium nun das gesamte Ebola-Management an Unterabteilungen der Vereinten Nationen ausgelagert. Auch die Verwendung der finanziellen Mittel wurde abgegeben. Dies kommt auch daher, weil die WHO zu verstehen gegeben hat, daß Liberia als von den drei betroffenen Ländern am schlechtesten damit umgehen konnte, die höchste Todesrate hat. Die entsprechenden Untergruppierungen der UN werden das Krisenmanagement nahezu komplett in ihre Hände nehmen. Sogar die riesige Summe von 52 Millionen US-Dollar, welche die Weltbank Liberia im Kampf gegen Ebola garantierte, geben diese ab mit der Bemerkung, es sollte denen in die Hände gegeben werden, die damit besser umgehen könnten.
Der streng gesicherte Haupteingang zum UN-Hauptquartier in Monrovia

Der streng gesicherte Haupteingang zum UN-Hauptquartier in Monrovia

  • Der Gesundheitsminister Dr. Gwenigale gibt zu, daß in seiner Behörde viele Fehler beim Beginn der Seuchenbekämpfung gemacht wurden, weil sie angeblich nicht die nötigen Mittel hatten.

25.09.

  • Zwar geht die Todesrate an Ebola in Liberia zurück, doch die Transmission, also wie oft an wie viele das Virus weiter gegeben wird, steigt. Der Engländer, der das Ebola-Virus 1976 im Congo fand und differenzierte, erklärte jetzt in London, dieser Ausbruch ist von allen Ebola-Seuchen bisher in den Ausmaßen mit einem katastrophalen Sturm zu vergleichen. Gründe, weshalb es so schlimm ist, sind vorher jahrzehntelanger Bürgerkrieg, korrupte Diktatur dazwischen, was geführt hat zu massivem Verlust an Vertrauen in die Behörden, dann noch ein nicht funktionierendes Gesundheitssystem, ein starker traditioneller Glaube über die Krankheitsgründe und vor allem andern, daß die Reaktion zur Bekämpfung des Virus viel zu langsam kam. Die Wissenschaftler betonen, daß das Rückverfolgen der Infektion zu der Person, welche die Anderen angesteckt hat ( Tracking ) mit das Wichtigste ist. Dann ein schnelles Testen und – wenn kein Ebola – diese ebenso schnell wieder zu ihren Familien zurück senden. Sie sagen, daß dieser Ausbruch zwar bis ins Jahr 2015 weiter gehen wird, jedoch er der letzte in der Geschichte gewesen sein muss! Ein Impfstoff muß bis Anfang nächsten Jahres bereit sein. Der große Lichtblick ist hierbei die gut voranschreitende Forschung in Antikörpern von Patienten, welche die Krankheit durchgestanden haben.
  • In der umgebauten „Island Clinic“, welche die Regierung als ein neues großes Ebola-Center betreibt, arbeiten Ärzte aus Liberia und Uganda. 186 Fälle mußten sie schon binnen den ersten vier Tagen seit der Eröffnung am vergangenen Sonntag aufnehmen, obwohl es dort nur 150 Betten gibt. Täglich müssen Kranke vor den Toren abgewiesen werden. In der Clinic starben allein in den letzten zwei Tagen zwanzig Patienten. Die leitende Ärztin dort ruft in der lokalen Presse zu dringenden Blutspenden aus der Bevölkerung auf, da die Menschen ab einem gewissen Stadium innerlich stark zu bluten beginnen.
  • 50.000 sogenannte Ebola-Kits hat „Ärzte-ohne-Grenzen“ angefangen, in den Stadtteilen von Monrovia zu verteilen. In den großen stabilen Plastikeimern mit Deckel und Henkel sind enthalten Chlor, Handschuhe, Schutzmäntel, Gesichtsmasken, Seife, Abfallsäcke und Instruktionen.
  • Die Stadtteile von Monrovia, welche laut offiziellen Statistiken am schlimmsten betroffen sind, heißen Caldwell, New Kru Town, New George, West Point und Logan Town.
Im Vordergrund Waterside mit Logan Town und Bushroad Island im Hintergrund

Im Vordergrund Waterside mit Logan Town und Bushroad Island im Hintergrund

24.09.

  • Der Führer der größten Oppositionspartei in Liberia merkt an, dass sie nach Einzug der großen US-Hilfe den Kampf gegen die Ebola-Seuche und den Wiederaufbau des Gesundheitssystems eben nicht den Amerikanern allein überlassen dürfen. Es bleibt „eine Aufgabe der Regierung, der Nation und des Volkes.“
  • Die Kleinstadt Mawah am St.Paul-River, in der sich auch eine der Buschclinicen unserer Organisation „Help Liberia-Kpon Ma“ befindet, ist von den Gesundheitsbehörden unter Quarantäne gestellt worden. Damit kann die Clinic nicht mehr arbeiten und Tausende von Menschen, die auch jenseits des Flusses leben, haben keinerlei Zugang mehr zu jedweder medizinischen Behandlung. Weil die Regierung nicht die Kapazität hat, die Bevölkerung dort mit Nahrung zu versorgen und aus dieser eh schon armen Stadt jetzt keiner mehr auf die Felder oder zum Einkaufen kann, beginnen die Menschen zu hungern. In Mawah sind in den letzten Tagen sechs Bewohner an Ebola gestorben. Wir haben Angst um unseren Screener, den medizinischen Leiter der Clinic. In Liberia kam schon vor der Seuche ein Arzt auf 100.000 Einwohner, so dass jeder Verlust doppelt schwer wiegt.
Unser Screener Thomas behandelt manchmal bis zu 70 Patienten täglich in der Mawah Buschclinic

Unser Screener Thomas behandelt manchmal bis zu 70 Patienten täglich in der Mawah Buschclinic

  • Im Lofa-County, dem „Brotkorb Liberias“, mit den meisten Feldern im Lande, starben allein 170 Bauern und deren Familien, so dass keine Ernte eingefahren werden kann. Der Chef der „African Development Banc“ drückt es markant aus: „Die Staatseinnahmen sind unten, ebenso die Deviseneinkünfte, die Märkte funktionieren nicht mehr, Flugzeuge und Schiffe kommen nicht mehr hinein, die Entwicklungsprojekte sind gestrichen und wie auch Geschäftsleute aus dem Land.“

23.09.

  • Als Folge der gerade stattfindenden UN-Klimakonferenz hat Norwegen 150 Millionen US-Dollar an Liberia versprochen. Weil dort die Hungersnot und Notlage der gesamten Wirtschaft immer mehr zunimmt, hofft man, dass so Liberia die eh schon zunehmend knapper werdenden Regenwälder nicht mehr zum Verkauf und Unterstützung seiner Wirtschaft abholzen muss. Fast die Hälfte des westafrikanischen Regenwalds liegt in Liberia und die Mehrheit der Bewohner außerhalb der Hauptstadt sind alle irgendwie vom Wald abhängig. Doch ist es ein offenes Geheimnis, daß Holz-Firmen oft einfach tief in den Busch fahren, die dort wohnenden Aufpasser auf die Grundstücke bestechen und dann in großem Maßstab illegal abholzen.
Eine russische Holz-Firma in Logan-Town

Eine russische Holz-Firma in Logan-Town

  • Am vergangenen Freitag erreichte das Land mit einer Registrierung von über 120 neuen Ebola-Fällen allein binnen 24 Stunden einen neuen traurigen Rekord in der Geschichte des Ausbruchs. Die WHO warnt, die Zahl könnte sich alle 20 Tage verdoppeln, wenn die Ausbreitung nicht schnell gestoppt würde.
  • Obwohl in der Nähe des Hafens es immer noch am billigsten sein sollte, kostet dort nun ein halber Sack Reis, die wichtigste Ernährungsgrundlage der Einwohner ein Drittel mehr als noch Anfang des Jahres, nämlich über 17 US-Dollar.
  • Gestern bzw. inoffiziell schon am vergangenen Sonntag hat in Bushroad Island die neue „Island-Clinic“ mit 120 Betten Kapazität eröffnet. Über 100 Arbeiter waren dort in drei Schichten Tag und Nacht dran, das Krankenhaus binnen drei Wochen bezugsfertig zu machen. Alle erhoffen sich davon jetzt eine große Erleichterung, jedoch wird schon jetzt gemeldet, dass alle Betten voll belegt sind.
  • Die Ausgangssperre in der Hauptstadt ab 23 Uhr wegen der Reduzierung der Infektionsgefahr behindert auch die Arbeit der Journalisten dort massiv. Die Regierung schränkt deren Grundrechte stark ein, wie „Reporter-ohne-Grenzen“ berichten; teilweise wurde gar Gewalt angewandt.

22.09.

  • Die katholische Kirche warnt ihre Priester und Gläubigen, aber auch die Imams, nicht weiter zu versuchen, Ebola-Kranke durch Hand-Auflegen zu heilen; egal, ob in den Kirchen oder anderswo. Zu viele davon seien schon gestorben.
Der Altar der größten katholischen Kirche in Liberia, der Kathedrale in Gbarnga

Der Altar der größten katholischen Kirche in Liberia, der Kathedrale in Gbarnga

  • Der Leiter der liberianischen Ebola-Response gab zu, dass das gesamte nationale Gesundheitssystem kollabiert ist. Die meisten Krankenhäuser und Gesundheitsstationen seien immer noch geschlossen. Gesundheitsarbeiter haben weder Medikamente noch Material und Ausrüstung. Dies sei eine Folge von Miss-Management und Korruption. In Guinea half groß die französische Nation, in Sierra Leone Großbritannien, aber in Liberia hatten sich bis vor kurzem lange Zeit nur die Organisationen „Samaritains Purse“ und „Ärzte-ohne-Grenzen“ erbarmt, ja, das Land hatte sich regelrecht auf diese gestützt.
  • Eine US-amerikanische Organisation genannt „Outreach“ beginnt mit dem Verschiffen von Fertig-Mahlzeiten nach Liberia. Die 700.000 Portionen werden eintausend Patienten in den Ebola-Centern ein halbes Jahr lang ernähren.
  • Über 38.000 Bürger von der benachbarten Elfenbeinküste warten immer noch darauf, dass ihr Land seine Grenzen auch für sie von Liberia kommend wieder öffnet. Sie fühlen sich, wartend in den Provinzen an der Grenze zu ihrem Land, ausgesetzt und verlassen.

21.09.

  • Sowohl im Nachbarland Sierra Leone wie auch in Liberia soll es Fälle gegeben haben, dass Trinkbrunnen wieder bewusst vergiftet wurden. Durch die daraus folgenden Toten können finanzielle Forderungen an den Ebola-Fond der Regierung gestellt werden und die Täter sich so kriminell bereichern. Deshalb haben manche Gemeinden sogar Bewachung an den Handpumpen organisiert.
Einer der vielen Wasserbrunnen in Liberia

Einer der vielen Wasserbrunnen in Liberia

  • Die Regierung hat dreizehn Krankenwagen dem Ebola-Response-Team bereit gestellt. Das ist die bisher größte Anzahl in der Geschichte des Landes.
  • Die Sperre für das nationale Fußballteam Liberias, in jedwedem Ausland zu spielen, war ursprünglich bis Mitte September limitiert. Sie wurde nun auf unbestimmte Zeit verlängert.
  • Das Pentagon ließ verlauten, daß keiner seiner 3000 Soldaten in direktem Kontakt mit Patienten kommen, sondern eher nur Gesundheitsarbeiter ausbilden solle.
  • In einer Rede gab die Präsidentin zu, den Fehler gemacht zu haben, nicht bereits Anfang des Jahres die ersten Ebola-Fälle strenger isoliert und die Bevölkerung genug über Vorbeuge-Maßnahmen unterrichtet zu haben.
  • Die anliegenden Bewohner des großen Ebola-Centers am ELWA-Compound haben sich in einer Protestnote an das Gesundheitsministerium zusammen getan. Sie hätten große Angst, da immer mehr abgewiesene Infizierte, ja teils Sterbende vor dessen Zaun und damit auch unmittelbar an etlichen Wohnhäusern liegen.
  • Man könnte meinen, dass angesichts der offensichtlichen Infektionsgefahr das Prostituierten-Gewerbe in Monrovia zum Erliegen gekommen sei. Doch sowohl die Nachfrage bei den Freiern wie auch die Anzahl de sich anbietenden Frauen sind fast gleich geblieben wegen der zunehmenden bitteren Armut und Hungersnot.

20.09.

  • In eigener Sache:

Für den heutigen Samstag hat unsere Buschclinic in Mawah geschlossen. Der Grund erschließt sich aus dem Bericht vom 18. Sept., nachdem ein 19-Jähriger das Ebola-Virus nach Bong Mine getragen hatte. Eine Verwandte riet ihm, da alle anderen medizinischen Stützpunkte geschlossen haben oder für ihn nicht finanzierbar waren, zu unserer Busch-Clinic nach Mawah zu gehen. Da er jedoch außerhalb der Öffnungszeiten ankam, besorgte er sich Arzneien bei einem Tabletten-Verkäufer. Während dieser Zeit – vor gut einer Woche – verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Er erbrach und setzte Blut anal ab. Als er starb,hatte er bereits etliche Leute in Mawah infiziert, die ihm beim Willen zu helfen, unwissend berührt hatten. Seit heute wissen wir, dass auch der berühmte alte Clan-Chief Varney Kamara tot ist. Mit ihm starben noch eine Handvoll Bürger und auch die Verwandte in Bong Mine liegt im Sterben. In deren Haus befindet sich eine riesige Zahl Kinder; es ist von 15 Kindern die Rede. Wahrscheinlich sind alle auch schon infiziert. Das Haus steht unter Quarantäne; niemand getraut sich hinein, bis auf das Ebola-Response Team, das aus Gbarnga gestern dort ankam. Es konnte nur notdürftig helfen. Zum momentanen Zeitpunkt leben die Kinder noch, doch Genaueres weiß man nicht, da große Furcht und höchster Respekt vor dem Haus in der Stadt herrscht. Unsere Clinic in Mawah ist zwar nicht infiziert, doch hat das Team entschieden, diese Woche geschlossen zu halten, bis sich die Situation geklärt hat. Aber nun hat das Virus auch schon das Hinterland erreicht!

In der Mitte der nun gestorbene Clan-Chief Varney Kamara mit seiner Frau und Francis Amissah, dem Vize-Vorsitzenden von Help-Liberia

In der Mitte der nun gestorbene Clan-Chief Varney Kamara mit seiner Frau und Francis Amissah, dem Vize-Vorsitzenden von Help-Liberia

  • Es gehen Gerüchte um in Liberia, auf das ein Schwarzmarkt existiert, wo Blutspenden von Ebola-Überlebenden verkauft werden. Doch als Folge der noch schlimmer werdenden Armut und Hungersnot haben sich Clevere einfallen lassen, normales Blut gefälscht anzubieten.
  • Ein Politologe warnt, wenn nicht bald die Hilfen von Geld in wirkliche Hilfsgüter umgesetzt werden, die Katastrophe dann so weit fortschreitet, dass die Regierung schon im Dezember an keinen seiner Angestellten mehr Gehälter auszahlen wird können. Weil aber ein jeder für Weihnachten einkaufen und schenken möchte, wird es dann fast für sicher zu Revolten kommen.
  • Während Unmengen Schwerkranker im größten regierungseigenen Krankenhaus sterben, hat die Bevölkerung diesem nun den Spitznamen „Just For Killing“ für JFK gegeben, was doch eigentlich „John F. Kennedy-Hospital“ bedeutet.

19.09.

  • Gestern sind nun tatsächlich die ersten US-Soldaten in Liberia angekommen. Alle Welt, in erster Linie die sich mit Amerika von der Geschichte her brüderlich verbundenen Liberianer, freuen sich und erwarten Vieles.
Die ersten US-Truppen am internationalen Robertsfield Airport

Die ersten US-Truppen am internationalen Robertsfield Airport

  • Nachdem die Leiche der liberianische Schönheitskönigin von 1990 von einem Ebola-Team abgeholt und eingeäschert wurde, verneint trotzdem ihre Mutter, dass Shurina, wir ihr Name, an Ebola starb. Nun hat sich sogar die Präsidentin in den Fall eingeschaltet und es kritisiert, dass Familien Angst haben, einen Ebola-Fall in ihrer Familie zuzugeben. So kam es auch, dass sie medizinische Behandlung verweigerte und sich zuhause behandeln ließ. Es ist verständlich, meint Ellen Johnson-Sirleaf, daß Familien nicht mit dem Stigma eines Ebola-Kranken geächtet werden wollen. doch so ist durch ihren Bruder, der Polizist ist, die Seuche erstmals unter die liberianische Polizei gebracht wurde.
  • Die „Better Future Foundation“ ( BFF ) hält es für falsch, landesweit die Schulen im Rahmen der Ebola-Seuche geschlossen zu halten, ohne eine gut überdachte Strategie zu haben.
  • Zur Zeit gibt es allein in Liberia 2000 neue sogenannte „Ebola-Waisenkinder“. 2/3 aller Ebola-Fälle im Lande sind Frauen, weil diese anfälliger, verletzlicher sind.
  • Allein an das Redemption-Krankenhaus in Monrovia werden zur Zeit täglich 50 – 60 Ebola-Fälle gebracht, obwohl dieses die Behandlung gar nicht gewährleisten kann. Die Fahrer der Wagen zum Krematorium transportieren von den Krankenhäusern in der Hauptstadt pro Fahrzeug und Tag durchschnittlich 10 – 20 Leichen.
  • Die ersten 100 Probanden stehen in der Schweiz bereit, einen Impfstoff gegen Ebola an sich testen zu lassen, sobald die zuständige Ethik-Kommission grünes Licht gibt. Auch die USA und Großbritannien bereiten Tests vor, doch überall können erste Ergebnisse frühestens zum Jahreswechsel erwartet werden.

18.09.

  • 500 Gesundheitsarbeiter, so ist der Plan der US-Regierung, möchte sie vorerst wöchentlich ausbilden im Kampf gegen Ebola, sobald das amerikanische Militär in Liberia stationiert ist. Die „US-Agency for International Develpoment“ wird an 400.000 gefährdete Haushalte Schutz-Sets austeilen. In der Tat bestätigt die WHO, daß 500 – 600 Experten und mindestens 10.000 Gesundheitsarbeiter vonnöten sind. Cuba sendet im Oktober 165, China ein mobiles Labor mit 59 Mitarbeitern. Es hat bereits 115 chinesische Mitarbeiter i Lande.
  • Gestern erklärte die Präsidentin, „das Zeitfenster, die Seuche einzudämmen, schließt sich langsam. Wir brauchen mehr Länder, die aufstehen, wir brauchen mehr Engagement und wir brauchen es jetzt!“
  • Deutschland wird außer logistischer Hilfe auch Luftfahrzeuge schicken, außerdem ein Feldlazarett und mithelfen, eine Klinik auf zu bauen.
  • Heute haben wir bestätigt bekommen, daß es tatsächlich in ganz Liberia nur zwei Labors gibt, welche in der Lage sind, Blutproben auf Ebola-Viren zu testen. Diese sind am JFK-Hospital und im ELWA-Center. In Foya, Ganta, und bei Gbarnga, wo überall große Ebola-Auffanglager sind, die sich jedoch Hunderte von Kilometer und somit bei den schlimmen Strassenverhältnissen oft eine Tagesfahrt entfernt befinden, kann nicht getestet werden. Und selbst in diesen Labors dauert ein Test meist bis zu drei Tage, das Personal ist knapp, überfordert, unter- oder gar nicht bezahlt und kommt nicht nach mit den einströmenden Blutproben
  • Fünf Millionen US-Dollars, das ist die Summe, die unklar verschwunden ist, seit sie vom Ebola-Trust-Fond an das Call-Center gegeben wurde. Alle vier Leiter dieser einzigen Telefonzentrale reisten kurz danach für längere Zeit in die Vereinigten Staaten, angeblich, um dort „die Rahmenbedingungen für das Personal zu erarbeiten“. Nun, nachdem die Verantwortlichen zurück kehrten, offerierten sie zur Rechtfertigung eine Rechnung, aus der solche Punkte hervorgehen wie z. B. 4.500.- US-Dollars nur für Putzmittel gekauft zu haben. Auch sind die Autoversicherungen, die angeblich bezahlt wurden, fast zehnmal so hoch als üblich. Die Regierung ordnete eine Untersuchung an.
  • Weil ein infizierter Junge von Kakata nach Bong Mines ging, trug er den Virus bis weit in den Busch. Etliche Menschen sind nun auch dort schon gestorben; viele siechen dahin, noch mehr fliehen nach jenseits des St.Paul-Rivers.
Fayiah, der jahrelange Verbandspfleger im Bong Mine -Krankenhaus, ist heute gestorben, nachdem er einem Ebola-Kranken geholfen hatte

Fayiah, der jahrelange Verbandspfleger im Bong Mine -Krankenhaus, ist heute gestorben, nachdem er einem Ebola-Kranken geholfen hatte

17.09.

  • Das zweite Schussopfer von der Polizei-Schießerei in West Point vor ca. drei Wochen, Titus Nuaha, erhielt als Kompensation Reis, Öl und 1.000.- US-Dollar von der Präsidentin. Doch die Familie besteht darauf, dass Titus zur besseren Behandlung in ein anderes Land ausgeflogen wird, wie auch schon mit Nicht-Afrikanern geschehen. Titus hat nun u. a. einen sogen. Anus Praeter und multiple Bein-Verletzungen.
  • Am Donnerstag wird das Thema Ebola in West-Afrika sogar im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beraten werden, obwohl dort noch niemals Gesundheitsfragen zur Sprache kamen. Die lib. Präsidentin hat genauso wie zuvor die US-Regierung auch Angela Merkel um Sachhilfe und personelle Unterstützung gebeten.
Angela Merkel und Ellen Johnson-Sirleaf

Angela Merkel und Ellen Johnson-Sirleaf

  • Es gibt nun gar Aussagen, die USA hätten Zusagen für den Aufbau von 17 Behandlungszentren mit jeweils 100 Betten sowie die Ausbildung von Tausenden Gesundheitshelfern gemacht. Obama hat die Epidemie als Bedrohung auch für die nationale Sicherheit seines Landes bezeichnet.
  • Die Weltbank hat 105 Millionen US-Dollar and die Ebola-Länder in West-Afrika zu deren Hilfe im Kampf gegen die Seuche versprochen. Davon gehen allein 52 Millionen nach Liberia. Neben den medizinischen Prioritäten muss diese Summe auch gegen die aufkommende Hungersnot benutzt werden.
  • Im riesigen Nimba-County wie auch im Lower Bong County werden, wie wir in den letzten drei Tage von verschiedensten Seiten erfahren haben, kaum Schutzmaterialien an die Gesundheitsarbeiter an der Basis und Clinicen verteilt. Genauso gibt es dort kaum Fahrzeuge und Testlabors. Dies bis zum heutigen Tag, nachdem bereits Millionen Geldern dafür ins Land geflossen sind. Es existiert sogar mittlerweile ein Schwarzmarkt für bewusst knapp gehaltene wichtige Güter im Kampf gegen das Virus im Land.
  • In der ehemals fast „deutschen“ Stadt Bong Mines in Liberia gibt es die ersten Ebola-Fälle; auch unter medizinischem Personal.
  • Während der Präsident von Ghana derzeit in Liberia weilt, kamen aus seinem Land 3000 Säcke Reis, 300 Kartons Speiseöl, 300 Kartons Milchpulver und 300 Kartons Trink-Kakao. Diese sollen benutzt werden für die Patienten in den Ebola-Zentren und die isolierten Bürger in Quarantäne-Gebieten.
  • Die einzige Fabrik in Liberia, welche die allgegenwärtigen Desinfektionsmittel Chlora etc. herstellt, muss derzeit die Produktion stoppen. Sie haben keine Behälter mehr, denn der LKW mit der Lieferung aus dem Nachbarland wurde an der Grenze aufgehalten.
  • Angela Merkel zeigte sich sehr bewegt über den Brief der liberianischen Präsidentin an sie. Sie kündigte zu den bereits versprochenen zwölf Millionen Euro weitere Unterstützung bei Nichtregierungsorganisationen sowie beim Aufbau von Krankenstationen und Lufttransporten an. Auch das Verteidigungsministerium prüft, ob logistische Leistungen möglich wären.

16.09.

  • Im Wert von 220.000.- Euro wurden von der japanischen Regierung 100 Zelte, 50 Isoliermatten und 500 Decken gespendet. Außerdem noch 500 Wassertanks, 25 Strom-Generatoren und 30 Wasserfilter für die Krankenhäuser in den Counties Montserrado, Lofa und Bong. Dies kommt nun, obwohl schon weit über eine Million Euro erst im Juli d. J. an die WHO im Kampf gegen Ebola nach Liberia gegeben wurden.
  • Eine von Ebola-infizierte Ärztin, Dr. Olivet Buck, starb vergangenen Samstag kurz bevor sie aus Sierra Leone nach Deutschland hätte ausgeflogen werden sollen.
  • Politischen Rumor gab es in den letzten Tagen in Liberia: die US-Regierung erklärte erst vor Tagen, das zugesagte 25-Betten-Lazarett nur für die Behandlung kranker ausländischer Gesundheitsarbeiter zu reservieren. Jetzt machten sie einen Rückzieher, als die neue US-Botschafterin in Liberia vor wenigen Tagen akkreditiert wurde und wollen es nun für alle Nationalitäten , also auch einheimische medizinische Kräfte zulassen. Die Beschränkung hätte furchtbare Unruhen im Land zur Folge gehabt.
  • Heute wieder, wie fast täglich überall in der Hauptstadt, lud ein Motorrad-Taxi eine gut vierzig-jährige Frau sterbend an einem der belebtesten Plätze der Stadt,der ELWA-Kreuzung, ab. Verzweifelt riefen Umstehende die Notfallnummern. Noch während das herbei geeilte Response-Team die Frau auf ihr Auto luden, starb sie, was diese zu der Bemerkung veranlasste, sie seien eigentlich nicht dazu da, um Tote zu transportieren und sie nur durch Überreden der Passanten überzeugen konnten, die infizierte Leiche doch mit zu nehmen. Der Motorradfahrer fuhr unerkannt davon.
Einer von vielen Sterbenden; niemand wagt ihn zu berühren

Einer von vielen Sterbenden; niemand wagt ihn zu berühren

15.09.

  • In einem sehr ehrlichen und emotionalen Brief an Barack Obama gibt Ellen Johnson-Sirleaf zu, dass ihr Land die Übertragungskette des Ebola-Virus nicht aus eigener Kraft unterbrechen wird können. Mehr als 40 % aller Ebola-Fälle traten allein in den letzten 18 Tagen auf. ( Datum 9. September ) Sie erklärte offen, daß die Regierung wie auch private Initiativen an ihren Grenzen angekommen seien. 153 der eh schon raren Gesundheitsarbeiter seien bereits infiziert und 79 gestorben. Sie sagte, Liberia braucht weitere 1500 Ebola-Behandlungsbetten und zehn weitere Ebola-Center. Dies ist weit davon entfernt, was das Land selbst aus eigener Kraft stemmen kann. Sie bittet den amerikanischen Präsidenten um den Bau wenigstens eines Ebola-Centers und die Wiederherstellung der Dienste in wenigstens zehn Nicht-Ebola-Krankenhäusern. Denn 80% der Patienten, welche in die Ebola-Center gebracht werden, sind gar nicht Virus-positiv, sondern leiden an normalen Krankheiten. Derzeit gibt es in der Hauptstadt mit über zwei Millionen Einwohnern acht Krankenhäuser mit je 50 bis 418 Betten. Im restlichen Land muß mindestens noch ein großes Krankenhaus eröffnet werden, um einfach den behandelbaren Krankheiten vorzubeugen und die Sterblichkeit bei Schwangeren und Kindern zu senken. Mehr Luftfahrtgesellschaften sollen wieder Liberia bedienen von jetzt nur zwei auf mehr als 11, denn so wie jetzt wird das nötige Hineinbringen von erfahrenen Leuten und Ausrüstung extrem schwierig. Weiter teilt die Präsidentin Obama mit, dass bisher in den von MSF ( „Ärzte-ohne-Grenzen“ ) betriebenen Centern sich nicht ein einziger Angestellter mit dem Virus infiziert habe.
  • Die liberianische Regierung kann in wahrscheinlich vier Wochen ein neues Ebola-Center in einem ehemaligen Vergnügungszentrum auf Bushroad Island eröffnen. Es wird 120 Betten haben. Die Arbeiter schuften unter Hochdruck bis tief in die Nacht.
Die neue Island Clinic in Bushroad Island Monrovia

Die neue Island Clinic in Bushroad Island Monrovia

  • „IMC“, eine US-amerikanische Hilfsorganisation ( International Medical Corps ) hat ein neues Ebola-Center nahe der Provinz-Hauptstadt Gbarnga eröffnet. Mit anfänglich 10 Betten wird es bald auf 200 Betten erweitert werden können. Diese werden von einem Pool von 200 speziell geschulten Gesundheitsarbeitern betreut werden, wovon 90% Liberianer sind.

14.09.

  • Am heutigen Sonntag besuchte die Präsidentin von Liberia die Kleinstadt Bong Mine, welche früher jahrzehntelang das Zentrum riesiger Eisenerz-Exploration war unter deutscher Ägide von Thyssen-Krupp. Sie besichtigte das Bong Mine Hospital, das nun als Betriebskrankenhaus fungiert, da die Mine nun von einer chinesischen Firma betrieben wird. Dabei lobte sie vor allem die dortigen unermüdlichen Gesundheitsarbeiter, die auch im tieferliegenden Hinterland seit Jahren gute Arbeit leisten. Es kam auch zur Rede, dass dort ein Ebola Response Team etabliert werden soll. Im nahen Kakata hat sich die Zahl der Infizierten in den letzten Tagen signifikant erhöht.
Ellen Johnson-Sirleaf in Bong MIne

Ellen Johnson-Sirleaf in Bong MIne

  • Die „African Development Banc“ ( AfDB ) versprach die riesige Summe von 150 Millionen US-Dollars an die drei Ebola-betroffenen Regierungen, wenn diese alles Menschenmögliche tun, um ihre Gesundheitssysteme schnellstmöglich zu verbessern.
  • Die Präsidentin hat mit sofortiger Wirkung zehn Vize-Minister entlassen, da sie jegliche Sensibilität angesichts der nationalen Tragödie missen ließen und zudem die Autoritäten missachteten. Trotz Anordnungen hatten sie nämlich das Land verlassen und auch Ultimaten zur Rückkehr verstreichen lassen. Außerdem wurden bei 13 höchsten Regierungsbeamten sämtliche Einkommen gestrichen, bis sie wieder ins Land zurück gekehrt sind. Wer angab, wegen lebensbedrohlich gesundheitlichen Gründen z. B. in die USA oder Schweiz gereist zu sein, wird von Fall zu Fall nach Rückkehr untersucht werden. Eine Ministerin, ein Vize-Minister und ein Distrikt-Commissioner sind für einen Monat zwangsbeurlaubt, da sie der Anti-Korruptions -Kommission nicht vorschriftsmäßig ihre Einkommen dargelegt hatten.

 

13.09.

  • Da die Anzahl der Wohnungseinbrüche und bewaffneter Raubüberfälle zunehmen, haben einige Gemeinden am Rand der Hauptstadt schon seit längerem Bürgerwehren organisiert. Bei einer davon ist es gestern zu Schießerei mit Verletzten gekommen. Sehr wenige Bürger glauben noch an die Verlässlichkeit der Polizei da diese meist lethargisch, oft bzgl. Ebola selbst ängstlich und immer korrupt ist. Nun wurde gar eine Bande von Gangstern verhaftet, die sich als Polizisten verkleidet Zutritt zu Häusern verschafft hatten, wo sie dann im großen Stil die Bewohner ausraubten. Keiner weiß, von woher die Uniformen stammen. Sogar im Reichenviertel Mamba-Point kam es schon in letzter Zeit zu schweren Gewaltverbrechen; dies alles sicher auch als Folge der zunehmenden Armut und daraus folgenden Hungersnot.
  • 57% der Bevölkerung leben laut den Vereinten Nationen ( UNDP ) unterhalb der Armutsgrenze von einem US-Dollar täglich; davon nochmal knapp die Hälfte in extremster Armut. Betroffen sind hauptsächlich Frauen und junge Leute.
  • Ein Kind auf dem Land

    Ein Kind auf dem Land

    Liberia, daß Mühe hatte, sich aus den 14 Jahren Bürgerkrieg wieder zu erheben und sich eine sehr schwache anfängliche Erholung erkämpft hatte, ist jetzt durch die Ebola-Katastrophe fast noch weiter zurück gefallen als damals. Und dabei ist der Gipfel der Krise, die sich von einer medizinischen zu einer nationsweiten staatsgefährdenden entwickelt, noch lange nicht erreicht. Weiter gibt die UN an, dass Liberia, welches die letzten zehn Jahre die höchste Rate im Rückgang der Kindersterblichkeit ganz Afrikas hatte, dies wieder in verheerendem Ausmaß verloren hat. Kinder erhalten im gesamten Land keinerlei Impfungen mehr. Eine Minderheit von Gesundheitsposten, die das Rückgrat der medizinischen Versorgung für die Landbevölkerung bilden, sind noch geöffnet.

  • Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller gab heute bekannt, dass er die Hilfe für Liberia von einer auf zehn Millionen aufgestockt hat.

12.09.

  • Allein auf die vergangenen drei Wochen sind zwei Drittel aller aufgetretenen Ebola-Fälle konzentriert, was heißt, dass die Sterbefälle sich in der letzten Zeit potenziert haben! Die Ebola-Krise ist dabei, außer Kontrolle zu geraten! Von allen Quellen in Liberia wird verlautet, dass sich die Situation tagtäglich verschlimmert! Die internationale Hilfe läuft extrem langsam an und ist sehr unkoordiniert.
  • Die Teams, welche die Ebola-Toten abholen und beseitigen, sollten eigentlich 300.- US-Dollars monatlich erhalten, aber in Wahrheit wird meist nach Freiwilligen gesucht. Noch dazu werden sie meist von der Familie geschasst und von der Bevölkerung gemieden, gefürchtet und gar angegriffen. Es gibt einen eklatanten Mangel an Arbeitern in den – viel zu wenigen – Centern, da sie gar nicht oder unterbezahlt und überlastet sind. Nun werden zwei neue Center gebaut, doch gebraucht werden weit mehr als zwei Dutzende.
Dr. Quiah, ein hochrangiger Beamter des Gesundheitsministeriums, bei der gefährlichsten Aktion im ETU, der Schlußdesinfektion

Dr. Quiah, ein hochrangiger Beamter des Gesundheitsministeriums, bei der gefährlichsten Aktion im ETU, der Schlußdesinfektion

  • Gerüchte gehen um, dass die USA ihr Versprechen über personelle Hilfe wieder zurück gezogen haben.
  • Der Leiter der UN in Liberia ( UNMIL ) hat nochmals bekräftigt, dass alle 8000 Beschäftigten trotz der Ebola-Gefahr dem Land beistehen werden und nicht, vorhaben, es zu verlassen. Ein weiterer Abzug der UN-Soldaten ist nicht beabsichtigt.
  • Der Finanzminister erklärte in einem deutlichen Statement, dass alle Beamten, die dabei ertappt werden, wie sie das öffentliche Vertrauen missbrauchen, gerichtlich verfolgt werden.

11.09.

  • Der Gesundheitsminister hat gestern von einer privaten Organisation drei brandneue Pick-Up-Fahrzeuge für das Ebola Response Team in der Hauptstadt erhalten.
  • Von den beiden brandneuen Pick-Ups, welche vor Wochen für das Ebola-Team in den besonders betroffenen Lofa-County gingen, ist erst einer von den hochrangigen Politikerinnen ihrer eigentlichen Bestimmung zurück gegeben worden, nachdem deren massive Privatnutzung öffentlich angeprangert wurde.
  • Diskussionen zwischen Taxifahrern und Fahrgästen werden mehr, wer von beiden Chlor-Wasser zur Hände-Desinfektion bereithalten soll, bevor er einsteigt. Dies und auch die Regierungsorder, dass nur noch drei Personen auf dem Rücksitz befördert werden dürfen, mindert deren Einkommen beträchtlich. Taxis, die das Gros des öffentlichen Nahverkehrs ausmachen, werden nach Fahrten selten desinfiziert, sind somit eine der größten Virus-Verbreiter.
Taxis vor dem Außenministerium

Taxis vor dem Außenministerium

  • In der gesamten Hauptstadt gibt es seit Tagen und auf unabsehbar weitere Zeit keine Möglichkeit zur Aufnahme stationärer Patienten in Krankenhäuser, so dass viele verzweifelte Irrfahrten mit infektiösen Passagieren stattfinden.
  • Der Bill-Gates-Fond hat an die UN und internationale Organisationen die Summe von 50 Millionen US-Dollar für den Ebola-Kampf gespendet.
  • Ein ständiger Mitarbeiter der Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf ist der ehemalige Ehemann der Staatssekretärin des Außenministers,die vergangenen Montag an Ebola starb. Er steht selbstverständlich unter strengster Quarantäne, doch war der Virus noch nie so nah an der Präsidentin. Der gerade aus den USA zurück gekehrte Außenminister brachte zwei Kartons des Anti-Virustatikum ZMapp mit, was das bisher einzig wirksame Medikament gegen Ebola zu sein scheint.
  • Kürzlich sprach der Verteidigungsminister Liberias den bemerkenswerten Satz aus, der Ebola-Ausbruch stelle „eine ernste Bedrohung für die Existenz der Nation dar!“
  • Nachdem im Jahr 2008 Hunderte von Hilfsorganisationen, die Liberia nach dem 14-jährigen Bürgerkrieg beim Wiederaufbau halfen, das Land verlassen hatten, kommen nun zwei große NGO´s wieder zurück, um mit vereinten Kräften gegen Ebola zu kämpfen; – Plan International und das International Medical Corps ( IMC ). Sie betreiben u. a. das vor wenigen Tagen neu eröffnete Ebola-Center bei Gbarnga mit noch derzeit 10 Betten. Es muss jedoch Ende September auf 70 Betten aufgestockt werden.
  • Eine Medizinerin von „Ärzte-ohne-Grenzen“ konnte bei einer Veranstaltung vor wenigen Tagen in Berlin die Schwierigkeit dieses Seuchen-Ausbruchs gut in kurze Worte fassen:

– Kranke müssen jetzt gemieden werden statt nah umsorgt

– Gestorbene darf man nicht berühren statt Abschied von ihnen zu nehmen mittels Waschen und Streicheln

– wer sich erholt hat, wird gemieden statt bejubelt fürs Überleben

– alle Kontaktpersonen müssen drei Wochen weggesperrt werden statt dass ihnen gedankt wird für die Pflege eines Kranken.

Das stellt alle traditionellen Verhaltensmuster eines Menschen völlig auf den Kopf.

10.09.

  • Am vergangenen Montag starb die Staatssekretärin des Außenministers, Mrs. Sharon Shamoyan Washington, unerwartet am Ebola-Virus. Ihr Büro liegt nur zwei Stockwerke unterhalb dem der Präsidentin.
  • Allein am gestrigen Dienstag wurden einundsiebzig ( 71 ) Ebola-Tote ans JFK-Hospital binnen des Tages angeliefert!
  • Sundaygar Dearboy, der bekannteste Sänger in Liberia, ist nun vorübergehend nach Ghana ausgereist, nachdem acht Mitglieder seiner Familie an Ebola gestorben sind
  • Die liberianische Regierung hat mit sofortiger Wirkung die Ausgangssperre in der Hauptstadt verlängert; auch die Zeiten des nachts von 21 Uhr auf 23 Uhr reduziert. Somit darf bis 6 Uhr morgens niemand auf die Strasse. Viele glauben, daß die Ausgangssperre mitverantwortlich ist für die gestiegene Kriminalitätsrate.
Um das Denkmal eine fast menschenleere Broadstreet

Um das Denkmal eine fast menschenleere Broadstreet

  • In Dolo-Town ist kurz, bevor es auch dort zu gewalttätigen Unruhen bei den Einwohnern gekommen wäre, die Quarantäne aufgehoben worden.
  • „Ärzte-ohne-Grenzen“ und die WHO erheben schwerste Vorwürfe an die liberianische Regierung. So halten sie die Restriktionsmassnahmen wie Absperrungen einerseits für nicht effektiv, andererseits arbeitet die Regierung im Kampf gegen die Seuche allgemein in keinster Weise suffizient. MSF meint, der Kampf gegen Ebola solle mehr in die Hände internationaler Organisationen gegeben werden. Die WHO erwartet gar bis zu eintausend Tote in Liberia binnen der nächsten drei Wochen.
  • Die Afrikanische Union ( AU ) brandmarkt auch alle Reiserestriktionen und Grenzsperrungen und empfiehlt stattdessen viel stärkere Kontrollen an Flughäfen und Checkpoints. Sie lobt aber auch das Engagement von Ländern wie Nigeria, die eine halbe Million US-Dollar spendeten, Congo, das ein hochqualifiziertes Mediziner-Team entsandte, Ghana, das viel Material eingeflogen hatte und Marokko, das seine Flüge von und nach Liberia aufrecht erhält.
  • Die Präsidentin, welche in den bisher acht Jahren ihrer Regentschaft für ihre vielen Reisen bekannt wurde, erhielt nun weltweit sogar etwas Lob, weil sie in der Ebola-Krise im Land bleibt. Einladungen von Barack Obama und anderen schlug sie mit Verweis auf die Problematik in ihrem Land aus. Doch hoffen viele Liberianer, daß sie den in den nächsten Tagen anstehenden Weltkongress der UN zum Anlaß nimmt, für Liberia um Hilfe zu rufen.
  • Das US-Militär wird in den nächsten Tagen ein Feld-Lazarett mit 25 Betten in Monrovia aufbauen.
  • Der einzige County ( Bundesland ) in Liberia, der noch keinen einzigen bestätigten Ebola-Fall aufweist, ist River-Gee. Dieses ist weitab von der Hauptstadt an der Grenze zur Elfenbeinküste gelegen und hat mit die schlechteste Strassenstruktur.
  • Die Todesrate bei Ebola-Infizierten in Liberia liegt derzeit bei ( nur ) 58 %. Von 152 Gesundheitsmitarbeitern starben bisher 79. Noch im März 2014 war die Gesundheitsversorgung insbesondere wegen Mangel an medizinischen Personal in Liberia schon desaströs.

09.09.2014

  • US-Präsident Obama veröffentlichte gestern, daß er US-Militär in die Ebola-Länder zu Hilfe senden wird. In Sorge, daß die Viren so mutieren könnten, daß sie auch außerhalb Afrikas nicht mehr beherrschbar sind, betrachtet er die Seuche als „nationale Sicherheitspriorität“. Er meinte, die Länder wie Liberia hätten keinerlei allgemeine Gesundheitsversorgung mehr. Die Menschen wären nicht entsprechend unter Quarantäne und es gibt bei weitem nicht genügend und ausgebildete Gesundheitsarbeiter.
  • Allmählich werden nun mehr Ebola-Zentren v. a. in der Hauptstadt gebaut; eines davon mit 100-Betten-Kapazität in der Island-Clinic. Während selbst das gerade vor kurzem eröffnete ELWA-3-Center von 120 auf 160 Betten erweitert wurde, platzt es schon längst wieder aus allen Nähten. Momentan gibt es gerade eine Handvoll Ebola-Anlaufstellen im ganzen Land, wo doch mindestens 15 große vonnöten wären. Der Leiter des US-Zentrums für Krankheitskontrolle Dr. Frieden ist erschrocken, wie verschieden die beiden Ebola-Zentren auf dem ELWA-Gelände sind. Das kleinere ursprüngliche wird von Liberianischen Ärzten betrieben und hat trotz tonnenweise Spenden, die in den letzten Wochen ins Land kamen, fast kein Material und Medikamente mehr. Das neue größere, unmittelbar daneben, welches von „Ärzten-ohne-Grenzen“ betrieben wird, ist bestens ausgestattet. Doch beide haben große Probleme mit der Essenszulieferung für Patienten. Es gehen Gerüchte um, daß die für liberianische Verhältnisse Wahnsinnssumme von 8.- US-Dollar pro einem Teller Reis von der Regierung bezahlt werden muß.

    ein typisches liberianisches Essen

    ein typisches liberianisches Essen

08.09.2014

  • Am Wochenende hat die WHO grünes Licht gegeben, auf daß nun offiziell das Blut von Ebola-Überlebenden als Impfstoff benutzt werden kann. Bei dem Arzt Kent Bradley hat dies evtl. in Verbindung mit dem Medikament ZMapp zur völligen Rekonvaleszenz geführt. Die normale Entwicklung des Impfstoffes wird noch viele Monate dauern.
Die Blutbank des JFK-Hospitals

Die Blutbank des JFK-Hospitals

  • Heute gab es wieder Proteste vor dem JFK-Hospital wegen keiner oder viel zu geringer Bezahlung des Personals. Offizielle hatten verlautbart, Krankenschwestern würden mindestens 350.- US-Dollars monatlich verdienen. Die Tatsache ist, daß die allermeisten weniger als 150.- USD erhalten. Über Ärzte wird behauptet, sie bekommen über 3000.- Dollars im Monat, doch in Wahrheit sind es nur etwas über 1000.-. Nun hat der stellvertretende Gesundheitsminister heute zugegeben, daß er für morgen die Zahlung angewiesen hat und über eine Gehaltserhöhung gesprochen wird. Viele Angestellte haben die Arbeit niedergelegt. Patienten werden abgewiesen und sind hilflos.
  • Nun sind auch 18 Polizeibeamte unter ernstem Ebola-Verdacht unter Quarantäne gestellt worden. Der Polizei, die an vorderster Front zum Schutz der Ebola-Teams arbeitet, wurde viel Schutzmaterial übergeben, doch müssen fast alle ohne solches arbeiten.
Die LNP, Liberian National Police

Die LNP, Liberian National Police

  • In der abgeriegelten Stadt Dolo-Town sind bisher schon 40 Menschen an Ebola gestorben. Die Teams, welche die Toten abholen, fahren ca. 15 Leichen täglich ins Krematorium hinter Dolo-Town. Doch Helfer, welche die noch Lebenden, also ernsthaft Verdächtige abholen sollen, gibt es viel zu wenige. So spielen sich oft dramatische Szenen ab; – „muß ich warten, bis sie tot ist, daß Siesie mitnehmen?“

07.09.2014

  • Als erste Organisation realisiert es UNICEF nächste Woche, daß sie für erstmal 50.000 Haushalte in Liberia Schutzausrüstung verteilen, Diese Sets sind gerichtet, um es Familien zu ermöglichen, ihre Ebola-kranken Verwandten zuhause zu versorgen unter den Umständen einer Quarantäne. Darin enthalten sind u. a. Sprays, Chlor, Handschuhe und Abfallbeutel. Mit einer anfänglichen Luftbrücke soll später eine stete Belieferung per Schiff erfolgen.
  • Der nationale Ölkonzern Liberias NOCAL hat 150000.- US-Dollars an den EBOLA Trust-Fond gespendet. An dessen Spitze regiert einer der Söhne der Präsidentin.
  • In Dolo-Town macht sich nun nach fast vier Wochen Quarantäne auch Unruhe breit und es bestehen Ängste, es könnte ein zweites „West-Point“ werden. Nachdem unter den 17.000 Einwohnern dort fast zur gleichen Zeit 30 Ebola-Tote identifiziert wurden, sperrte die Regierung die Stadt völlig ab. Die meisten Menschen dort leben vom nahen Flughafen, der Straße nach Buchanan und dem riesigen „Firestone“-Konzern daneben.

06.09.2014

  • Die Regierung hat angekündigt, die Preise für Benzin und Diesel im Land stark zu senken.
  • Nun wurde bestätigt, dass am Freitag eine Gruppe von sechs Ebola-Erkrankten in einer Ambulanz und zwei Taxis zum ELWA-2-Center gefahren wurden, doch weil sie dort wegen Überfüllung keinen Einlass erhielten, vor dem Tor blieben. Zum Erschrecken der Nachbarn urinierten, erbrachen und später schliefen sie auch an den Häusern der Nachbarschaft, bis das ELWA-Team auf deren stürmischen Protest die Patienten einließen und die Plätze besprühten. Ob dies auch mit den Taxis geschah, ist unwahrscheinlich.
Vor dem rechten Tor des ELWA-Compunds, in dem sich auch das größte, jetzt überfüllte Ebola-Center befindet

Vor dem rechten Tor des ELWA-Compunds, in dem sich auch das größte, jetzt überfüllte Ebola-Center befindet

  • Zum vergangenen Wochenende hat die Zahl der Ebola-Toten in Liberia die Marke 1000 überschritten.
  • Die EU gibt 140 Millionen Euro nach Westafrika. Davon sollen 38 Millionen speziell in das allgemeine – jetzt wieder völlig zerstörte – Gesundheitssystem gegen normale Krankheiten und Vorsorge fließen; v. a. in Liberia. ( … ob das die Organisation „Help Liberia-Kpon Ma“ bald überflüssig macht? ). Ein Gesundheitsteam mit einem mobilen Ebola-Labor geht nächste Woche nach Liberia; mehrere sind ( bald ) in Guinea und Nigeria.
  • Bei einem der größten Unternehmen in Liberia, dem Eisenerz-Produzenten ARCELOR MITTAL, gab es lt. offiziellen Aussagen unter 1300 Mitarbeitern erst einen Ebola-Fall. Sie haben bisher bereits 1,7 Milliarden US-Dollar in das Land investiert und meinen , dass sie „das Land nicht im Stich lassen. Es ist tragisch, dass Liberia und andere west-afrikanische Länder von Ebola betroffen sind. Der Bürgerkrieg war gerade erst beendet, und das Land machte große Anstrengungen, um wieder auf die Beine zu kommen. Deswegen müssen internationale Investoren gerade in dieser Situation im Land bleiben. Wir haben eine Gruppe von 30 Unternehmen in der Region, die regelmäßig zu Diskussionen über die Situation zusammenkommt. Wir sind uns einig in unserer Unterstützung für die betroffenen Länder. Wir sind darüber betroffen, dass Reisen in die west-afrikanischen Länder eingeschränkt sind, weil das den Handel beeinflusst. Die WHO meint, dass man in diese Länder reisen kann. Wir hoffen, dass die Fluggesellschaften ihre Entscheidung, Flüge zu stoppen, bald revidieren werden.“
Ein Wagen des indischen Metall-Konzerns ARCELOR MITTAL STEAL in Monrovia

Ein Wagen des indischen Metall-Konzerns ARCELOR MITTAL STEAL in Monrovia

05.09.2014

  • Die thailändische Regierung hat Liberia versprochen, Reis im Wert von ca. 125.000.- Euro zu senden.
  • Wahrscheinlich noch in diesem Monat erhält das renommierte „German-Liberian Hospital“ ( GERLIB-Clinic ) in Monrovia, welches von Margreth Gieraths-Nimene geleitet wird, zwei Ebola-Isolierstationen mit je 24 Betten Kapazität aus Deutschland.
Ein Zimmer in der GERLIB-Clinic

Ein Zimmer in der GERLIB-Clinic

  • Erst ein Dutzend, aber zunehmend mehr Patienten gehen lieber bei Ebola-Verdacht den weiten Weg in den Norden Liberias ins dortige Center nach Foya im Lofa-County. Sie haben gehört, dort sei die Entlassungsrate mit „geheilter“ Erkrankung viel höher als in der Hauptstadt. Dass sie dabei unglaublich viele andere Mitmenschen infizieren, wird ihnen nicht bewußt und so sind indirekt in diesem relativ stabileren Gebiet nun wieder extrem viele Neuinfektionen.
  • Gestern hat der liberianische Informationsminister ganz klar geäußert, daß Gerüchte um die Evakuierung eines weiteren Stadtviertels wie Brewersville oder Bushroad Island jeglicher Grundlage entbehren und man nichts Solches vorhat.
  • Nicht nur wegen der Geschichte Liberias, wonach die USA als dessen Pate eine besondere Rolle einnehmen, erklärte am Dienstag Präsident Obama, dass seine Gebete dort bei diesen Menschen seien. Eine Gesandte der US-Regierung veröffentlichte, daß sie nicht nur die Anzahl der Beerdigungsteams signifikant erhöhen, sondern auch viel mehr Geld für Ausrüstungsgegenständen wie Wassertanks, Plastikfolien, Leichensäcke, Chlor und Desinfektionsmittel spenden werden.
  • Neben Nigeria, Japan und der Schweiz hat auch China in den letzten Tagen Hilfsgüter wie 10.000 PPE, spezielle Schutzanzüge u. a. Im Wert von einer Million US-Dollar einfliegen lassen. China betreibt eine Eisenerz-Mine etwa 100 km im Landesinnern, wozu ein großes Betriebskrankenhaus gehört.
  • Während die Präsidentin dabei war, als am Samstag 51 Ebola-Patienten mit einem Gesundheitszertifikat das ELWA-Center in Monrovia verlassen konnten, während sie dem ( immer noch geschlossenen ) Rennie-Hospital in Kakata eine Repräsentationsbesuch abstattete und allen Mut zusprach, verschlimmert sich die Situation auf den Strassen insbesondere der Hauptstadt zunehmend. Man sieht immer mehr nicht mehr gehfähige Ebola-Kranke neben den Strassen liegen. Vor Tagen gar stand stundenlang ein Rollstuhl mit der Leiche eines alten Mannes mitten auf der belebtesten Strasse des Landes.
Auf der Broadstreet

Auf der Broadstreet

  • Nach nun über vier Monaten schon hat das medizinische Personal des JFK-Regierungskrankenhauses immer noch nicht ihr reguläres Gehalt bekommen.
  • Täglich müssen mehr Patienten von den Ebola-Zentren abgewiesen werden, die dann vor deren Toren lagern.
  • Es gib 90 Telefonisten-Stellen in den Call-Centern; bei weitem nicht alle besetzt und miserabel bezahlt. Sie müssen bis zu 3000 Anrufe täglich entgegen nehmen. Für die Großstadt mit ca. 2 Millionen Einwohnern gibt es sechs Ambulanz-Fahrzeuge und sechs LKW´s; diese sind aber bei weitem nicht alle fahrtüchtig.

04.09.2014

  • Die Präsidentin von „Ärzte-ohne-Grenzen“ schrie vorgestern auf in die Weltöffentlichkeit, dass viel zu spät und zu schwach gehandelt wurde. Die Regierungen haben versagt; die Behandlungszentren und das Personal sind völlig überlastet. „Wir haben in den letzten sechs Monaten verloren. Jetzt müssen wir die nächsten drei gewinnen. Und wir können. Jetzt brauchen wir noch mehr und größere Isolationszentren, mobile Laboratorien, Luftbrücken, um Personal und Ausrüstung innerhalb Westafrikas zu transportieren; ein regionales Netzwerk von Feldlazaretten muss aufgebaut werden. Das Gesundheitssystem in Liberia ist kollabiert. Schwangere Frauen mit Komplikationen können nirgendwohin. Malaria, Diarrhoe und leicht zu behandelnde Krankheiten töten die Menschen. Krankenhäuser müssen wieder eröffnet und neu gegründet werden. Es ist unsere historische Verantwortung zu handeln. Wir können nicht die betroffenen Länder abschneiden und hoffen, die Epidemie wird sich dort ausbrennen. Um das Feuer zu löschen, müssen wir in das brennende Gebäude hinein.“
  • Derzeit fliegt einzig die Gesellschaft „Royal Air Maroc“ und unregelmässig „SN-Brussels“ Liberia an. Diese undefinierte Angst der Gesellschaften hat weitläufige Folgen, wenn die Länder vom Austausch von Gütern und Peersonen abgeschnitten werden, meint die WHO.
  • Kürzlich erhielt die „General Service Agency“ ( GSA ) 100.000.- US-Dollars, um weiter ihr Ebola-Callcenter zu betreiben. Journalisten fanden jedoch heraus, daß die drei Führungskräfte und alle „Senior Members“ sich in die USA abgesetzt haben. Die Telefonisten erhalten für ihre Drei-Schichten-Dienste monatlich 50.- US-Dollars und einen halben Sack Reis. Aus Scham und Wut ließen sie deshalb am vergangenen Montag dieses einzige nationale Callcenter leer, um dem Finanzministerium eine 24-Stunden-Frist zu geben, diese Misere zu beenden.
General Service Agency ( GSA )

General Service Agency ( GSA )

  • Ein zehn-jähriges Mädchen musste gestern als Ebola-Opfer notdürftig von der Familie alleine neben einem großen Waisenhaus beerdigt werden, anstatt abgeholt und verbrannt werden zu können. Trotz wiederholten Anrufens war kein Ebola-Team erreichbar. Das Waisenhaus daneben wird seit Jahren von einem deutschen Projekt getragen.
  • Am 29. August erreichte die Zahl der Ebola-Toten in Liberia die 907.
  • Am Samstag, den 30. August, besuchte die Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf das ELWA-2-Ebola-Zentrum.

03.09.2014

  • Japanische Wissenschaftler haben gestern veröffentlicht, dass sie einen Ebola-Test entwickelt hätten, der schon nach 30 Minuten anstatt nach drei Tagen das Ergebnis zeigt.
Im Labor des Phebe-Hospitals

Im Labor des Phebe-Hospitals

  • Sowohl in Brewersville wie auch in Ganta im nördlichen Nimba-County wurde jeweils eine ganze neunköpfige Familie binnen kurzem von Ebola ausgelöscht. Das medizinische Personal der nächsten Krankenhäuser wie auch das gerufene Response-Team weigerten sich, diese zu behandeln oder weg zu bringen. In Ganta, der größeren Stadt in Nimba, ist ein Ebola-Center erst in Bau.

02.09.2014

  • Zur Zeit gibt es innerhalb der Regierung Überlegungen, rändlich gelegene Hauptstadtviertel wieder zu evakuieren, sprich abzusperren, wie man es kürzlich in West-Point getan hatte; so z. B. Brewersville, von wo Menschen aus der Richtung Sierra Leone kommen.
  • Das Leben in Liberia, vor allem in der dichtbevölkerten Hauptstadt mit ca. 2 Millionen Einwohnern, hat sich in den letzten Monaten seit der Ebola-Seuche verändert. Fast alle Behörden sind geschlossen; dort arbeitet nur Minimalbesetzung. Die Schulen sollen noch mindestens sechs Monate geschlossen bleiben, heißt es, was bedeutet, daß die vielen Lehrer, aber auch die Tausende sonstigen beim Staat Angestellten kein Einkommen haben werden und hungern.
  • Auch die Schweiz schickt Desinfektionsmittel, Schutzanzüge etc. im Wert von über 1,3 Millionen Euro nach Liberia.
  • Die Präsidentin versprach gestern, alle Staatsbediensteten weiter zu bezahlen, wenn sie, wie geordert, ein weiteres Monat vom Amt wegbleiben sollten.
  • Das medizinische Personal des JFK-Hospitals ist aus Protest in einen unbefristeten Ausstand getreten, weil sie nicht genügend Bezahlung und ausreichend Schutzanzüge erhalten. Die Verwaltung hat sich dazu noch nicht geäußert.
Das J.F.K. - Hospital von hinten gesehen

Das J.F.K. – Hospital von hinten gesehen

  • Aus de ELWA-Center ist heute ein Ebola-Patient geflüchtet, der dann ängstlich gemieden von der Bevölkerung mit einem Knüppel bewaffnet auf dem nahegelegenen Markt nach Essen suchte. Es dauerte, bis er von entsprechendem Personal gewaltsam zurück gebracht werden konnte. Doch die Bevölkerung empfindet großteils Sympathie für die Patienten, die offenbar kaum mit genug Nahrung versorgt werden in der Isolation. In normalen afrikanischen Krankenhäusern ist es Usus, dass Verwandte den Patienten versorgen.

01.09.2014

  • In Liberia gab es am vergangenen Wochenende insgesamt 972 Ebola-Kranke. Seit Ausbruch der Seuche starben bis gestern 576 Menschen im Land.
  • Das internationale „World Food Program“ macht darauf aufmerksam, daß die Mehrheit der lib. Haushalte einen Ernährer im besten Alter zwischen 15 und 45 Jahren an Ebola verloren haben. Das hat schlimme langfristige Folgen.
  • De italienische Regierung will für eine 1/4 Million Euro zweckgebundene Gelder nach Westafrika für die Ebola-Bekämpfung spenden, außerdem medizinisches Personal.
  • Liberia erlaubt Schiffsbesatzungen, die einen der vier Landeshäfen anlaufen, nicht mehr von Bord zu gehen.
Der Freeport, der Hafen von Monrovia, von Waterside aus gesehen

Der Freeport, der Hafen von Monrovia, von Waterside aus gesehen

  • 14 Ärzte und Gesundheitsarbeiter aus Uganda sind am JFK-Ebola-Center eingetroffen. Sie sind seit dem Jahr 2000 aus Ebola-Ausbrüchen in ihrem Land sehr erfahren und trainieren nun das lib. Personal in drei Schichten rund um die Uhr.

31.08.2014

  • Immer noch sind alle offiziellen Grenzübergänge zu den Nachbarländern Liberias geschlossen, doch wer schwarz über die Grenzflüsse übersetzt, ist in Zahlen nicht zu messen.
  • Die katholische Kirche Liberias hilft exzessiv mit in Ebola-Aufklärung, indem in Workshops geschulte Priester die wichtigen Verhaltensweisen auch in den Kirchen weiterverbreiten können.
In einem katholischen Gottesdienst in Bong Mines

In einem katholischen Gottesdienst in Bong Mines

  • Aus der Britischen Vereinigung der Liberianer für medizinische Hilfe wurden gestern 1.200 kg Schürzen, Desinfektionsmittel und eine Vielzahl von Geräten mittels SN-Brussels eingeflogen. Geliefert wurde es ins Phebe-Hospital in den Norden Liberias, welches aber – obwohl ein Vorzeige-Krankenhaus – seit drei Wochen geschlossen ist, da die Mehrheit des Personals aus Angst vor den Toten zwischen ihren Kollegen nicht mehr zur Arbeit erschien.
  • Die Testphase des bisher besten Ebola-Medikaments an Affen zeigte in kanadischen Labors hervorragende Erfolge. Affen, die mit hohen Ebola-Dosen infiziert wurden, erholten sich auch noch vollständig, nachdem ihnen das ZMapp erst fünf Tage nach Ausbruch der Krankheit mit schlimmsten Blutungen gegeben wurde. Die beiden Menschen in Liberia, die trotz Gabe von ZMapp starben, waren geschwächt infolge hohen Alters oder fraglicher Vorinfektion mit HIV.
  • Die Situation in den Ebola-Centern in Monrovia wird immer schlimmer: Die Center im großen JFK-Hospital und ELWA-3 sind total am Limit und können keinen einzigen Patient mehr aufnehmen, obwohl sie schon massiv erweitert wurden. An einem Tag dieser Woche wurden allein in JFK 64 Fälle aufgenommen. Im ELWA-2-Center werden die Medikamente dieses Wochenende völlig ausgehen! Das regierungseigene JFK vermeldet, dass deren Wasserleitungen teilweise nicht mehr laufen, Ebola-Blutproben nicht korrekt gekennzeichnet und etliche andere Fehler begangen wurden.
  • Momentan kommen auf eine Bevölkerung von 1.250 Menschen eine einzige Krankenschwester, verglichen mit Großbritannien, wo es 100 Menschen sind. Ärzte-ohne-Grenzen sucht jetzt dringend mehr Personal für seine erweiterten Ebola-Zentren.
Eine Krankenschwester im Bong Mine Hospital

Eine Krankenschwester im Bong Mine Hospital

  • Die Regierung von Lberia plant fünf neue größere Ebola-Zentren aufzubauen. Der Informationsminister des Landes meinte, wenn in den neuen Behandlungszentren die die Verbreitung der Krankheit nicht kontrolliert werden könnte, käme auch der Einsatz von Militär in Frage. Er fügte hinzu, dass nun diskutiert werde, ein neues 1000-Betten-„holding centre“ zu bauen. Darin sollen verdächtige Patienten unter medizinisch reduzierter Behandlung weilen, bis vom überlasteten JFK-Center deren Bestätigung einer Infektion eintrifft.
  • Die riesige humanitäre Organisation World Food Project warnt vorsorgend, dass sie während der nächsten drei Monate für 1,3 Millionen Menschen ( in ganz Liberia über 4 Millionen ) 70 Mill. US-Dollars brauchen, um die Menschen v. a. in den Quarantäne-Gebieten vor dem Verhungern zu bewahren. Nicht zu vergessen sind sie derzeit mit Syrien, Irak, Süd-Sudan und Congo so überlastet, daß sie sagen, „die Welt hat noch nie so viele momentane Krisen in so großem Maßstab gesehen. Die humanitäre Gemeinde ist unfassbar überbordet.“ Verkehrsbehinderungen machen alles noch schwieriger und die wenigen Bauern haben Angst, sich in den Gruppen auf den Feldern anzustecken, wen sie jetzt die neuen Kulturen säen müssten.

30.08.2014

  • Schon jetzt, so kurze Zeit nach den landesweiten Absperrungen, Straßenblockaden und Quarantänen macht sich eine weit verbreitende Hungersnot sichtbar in Liberia. Auf den Märkten werden viel weniger Lebensmittel angeboten; manchen sogar geschlossen, weil die Familien, die Farming betreiben, ihr Gemüse und Obst selbst brauchen. Etliche Geschäfte haben für längere Zeit geschlossen. Wer nicht vor Wochen, als die Menschen noch Geld hatten und die Lebensmittel erschwinglich waren, haltbares Essen eingekauft hatte, muss nun hungern; vor allem im Hinterland. Bei Tausenden von Familien gilt, dass wenn sie keine Verwandte im Ausland hätten, die ihnen regelmäßig Geld zusenden würden, könnten sie sich gar nicht mehr über Wasser halten. Die Schlangen vor den Geldversandfirmen wie „Western Union“ und „Money Gram“ sind besonders jetzt zu Monatsende-/anfang noch länger als eh schon zuvor. Für die Männer gibt es noch weniger Arbeit, also Chancen, Geld für ihre Kinder zu verdienen als zuvor mit einer Arbeitslosigkeit von weit über 80%. Köhlern, also Holzkohle-Brennen lohnt sich nicht mehr, weil es dafür kaum noch Abnehmer gibt. Das blanke Essen ist vorrangig. Liberia beginnt wieder zu hungern wie zu Kriegszeiten.
Täglicher Überlebenskampf um ein paar Dollars fürs Überleben

Täglicher Überlebenskampf um ein paar Dollars fürs Überleben

  • Heute wurden nach 10 Tagen die Evakuierung des Slum-Viertels West-Point in der Hauptstadt aufgehoben. Die Präsidentin musste öffentlich zugeben, daß nach Druck von Beratern die Entscheidung, solch ein Gebiet abzuschließen, ein Fehler war. Noch dazu mit Hilfe des Militärs, welches keine Einweisung über die Hintergründe ihrer Aufgabe bekommen hatten. Hunderte feierten den gesamten Tag den Stopp ihres Eingesperrt-Seins auf den Straßen.

29.08.2014

  • Frauen sind in Liberia viel mehr betroffen von der Gefahr, an Ebola zu erkranken als Männer, weil sie Zuhause die Pflegenden sind, aber auch Krankenschwestern, Händlerinnen an den Straßen wie Grenzübergängen, Checkpoints und Wäscherinnen in Hospitälern. Da sie auch einen großen Teil der Feldarbeit durchführen, fällt bei ihrem Tod ein Lieferant von Nahrung für die eh schon darbende Bevölkerung Liberias weg. Deshalb appelliert das Ministerium für Gleichberechtigung an alle Verantwortlichen, den Brennpunkt ihres Interesses und Arbeit vor allem auf die Frauen zu richten.
  • Angeblich haben sich nun Zeugen an die Öffentlichkeit gewandt, die gesehen haben wollen, dass streunende Hunde Ebola-Leichen versuchten zu fressen, als diese dort noch vor Wochen vergraben statt wie jetzt verbrannt wurden. Die Gegend liegt außerhalb am Rand der Hauptstadt zwischen Johnsonville und Mount Barcley. Hunde können das Virus weitertragen.
  • Wissenschaftler haben mittlerweile mit genetischen Labortests bewiesen, daß der jüngste Ebola-Ausbruch im Kongo nicht von West-Afrika importiert wurde, sondern von dortigem Wildfleisch stammt.
  • In der Grafik ist ersichtlich, wie sich die Situation vor allem in Liberia besonders in den letzten Tagen und Wochen verschlimmert hat. Ebola-Fälle Entwicklung dargestellt in Wochen
  • Die Internationale Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) hat gestern bei ihrem Treff vieler betroffener Gesundheitsminister etc. unter Nachdruck festgestellt, dass es für die internationale Hilfe nicht nur förderlich ist, die Landesgrenzen in Eigenschutz-Interesse strikt zu schließen. Dies betrifft auch insbesondere den Flugverkehr. Zudem gibt es ernste Diskussionen in Liberia, die Durchlass-Kontrollen zwischen den Quarantäne-Gebieten zu lockern, da dies eher mehr Nach- als Vorteile hat. Internationale und andere Hilfe kann so schwerlich ankommen. In der Praxis zeigt sich, dass die Checkpoints in diesem hoch-korrupten Land eh sehr durchlässig sind.
  • Zu den Schüssen durch die Armee bei deren Einmarsch im Slum-Viertel West-Point gibt es jetzt Videos und Photos, die beweisen, dass die Bevölkerung dort nicht gewalttätig war. Die nervösen Uniformierten schlugen und schossen vielmehr in die Menge, weil sie offenbar das Gefühl hatten, ihre Aufgabe, das Ausgehverbot durchzusetzen, nicht mehr anders realisieren zu können und sich diffus bedroht fühlten. Ein 14-jähriger Junge starb durch Schüsse eines Polizisten, dessen Identität bekannt ist. Der Verteidigungsminister des Landes meinte, der Junge hätte sich selbst verletzt. Dem zweiten Angeschossenen wurde im Krankenhaus die Kugel operativ entfernt.
  • Der Direktor von „Ärzte -ohne-Grenzen“ in Liberia ist der Meinung, dass das Management der liberianischen Regierung „chaotisch und inadäquat“ ist. „Es ist einfach inakzeptabel, dass fünf Monate nach dem Ebola-Ausbruch erst jetzt ernsthafte Diskussionen über internationale Führung und Koordination beginnen! Sie können mehr tun, also weshalb tun sie es dann nicht?“ ist sein verzweifelt-wütendes Statement.
  • Die belgische Fluggesellschaft „SN-Brussels hat heute entschuldigend erklärt, dass sie zumindest bis vorerst 13. September die Flüge von und nach Liberia wieder aufnimmt. Alles Weitere möchten sie von der aktuellen Lage abhängig machen. Bei „Air France“ hatte das Flugpersonal sich geweigert, in Ebola-infizierte Länder mit zu fliegen.
In Monrovia angekommen mit SN-Brussels

In Monrovia angekommen mit SN-Brussels

28.08.2014

  • Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline erklärte, dass die ersten sicheren Tests für einen Impfstoff gegen Ebola frühestens nächsten Monat beginnen könnten. Doch selbst im besten Fall käme er erst nach weit mehr als einem halben Jahr zu einem Effekt, während bis dahin die Zahl der Infizierten die 20.000 leicht übersteigen würde. Die Gesundheitsminister der Ebola-betroffenen Länder und die WHO stellen sich auf eine Verschlimmerung und doppelt bis vierfach höhere Zahlen als bisher berichtet ein.
  • Nigerias Politiker sind in Aufregung, da dieses reichste Land Westafrikas diese Tage völlig überraschend an seiner empfindlichen Geldquelle, nämlich der von Shell dominierten Ölhafen-Stadt Port Hartcourt mit einem Ebola-Toten ins Wunde getroffen wurde.
  • In der zu Liberia benachbarten Elfenbeinküste gibt es noch keinen einzigen Ebola-Verdachtsfall, so verweisen deren Politiker stolz.
  • Die fünf versprochenen Ebola-Spezialisten mit großer Erfahrung aus dem Congo sind vor wenigen Tagen in Liberia eingetroffen.
  • Die christlichen Bruderkirchen aus den USA helfen nun ihren „Filialen“ in Liberia in großem Ausmaß, indem sie in die fünf Quarantäne-Gebiete Reis, Dosenfleisch und Speiseöl liefern. Auch lehren sie die Installation und den korrekten Gebrauch von Desinfektionsstationen. Deren größte Herausforderung bleibt es aber, die Bevölkerung zu überzeugen, Kranke nicht Zuhause zu pflegen.
  • Alle Berichte, die von den Ebola-Centern in Liberia an die Regierung gemeldet werden, vermelden unisono, dass die Zahl der Infizierten und Toten ansteigt, während die Anzahl der freiwilligen Gesundheitshelfer dort sinkt.
  • Das größte Krankenhaus im Land, das JFK-Hospital, ist bis auf die Entbindungsstation bis voraussichtlich kommenden Montag, den 1. Sept. für jedweden neu aufzunehmenden Kranken völlig geschlossen aufgrund von Personalmangel. Es gibt Gerüchte, dass die Regierung die Ausbildungsgebühr von Krankenschwestern massiv finanziell erleichtern möchte.
  • Im erst am 17. August eröffneten ELWA-3-Ebola-Center für 120 Patienten herrschen bereits jetzt katastrophale Zustände. Obwohl die Gesundheitsarbeiter Tag und Nacht geschult werden, können derzeit nicht mal mehr lebensnotwendige Infusionen angelegt werden. Man baut fieberhaft an einer dritten Erweiterung. Die Arbeiter sind so erschöpft, dass extrem leicht Umsichtigkeitsfehler passieren; vor allem in den Plastikanzügen bei der Hitze und ohnehin hohen Luftfeuchtigkeit in Liberia. Während vorne ständig Neuzugänge in die Betten gelegt werden, werden hinten die Leichensäcke weg getragen. „Ärzte ohne Grenzen“ spricht von einem „humanitären Erdbeben“.

27.08.2014

  • British Airways hat nun die Aufgabe der Flüge von und nach Liberia bis Ende des Jahres verlängert. SN-Brussels, bisher die zuverlässigste aller Gesellschaften, fliegt ab 1. Sept. nicht mehr, so dass nur noch Royal Air Maroc und fraglich KLM Menschen aus Liberia ausfliegen lässt oder Helfer hinein.
  • „Ärzte-ohne-Grenzen“ berichten, daß sich je nach Center ein Viertel bis Drei-Viertel aller Ebola-Patienten von der Ansteckung völlig erholen. Allerdings gelten diese Zahlen erst für die Nachbarländer Guinea und Sierra Leone, da das neue, von MSF betriebene Center bei Gbarnga gerade erst eröffnet wurde. Heute wurde bekannt, dass selbst dort die Zahl der Toten innerhalb der letzten Tage horrend ist.
  • Der 44-jährige junge Arzt Mervin Korkor, der schon Anfang Juli positiv getestet wurde und sich nach konservativer Behandlung vollständig erholte, darf offenbar wegen undefinierten Ängsten trotzdem nicht mehr weiter medizinisch arbeiten. Er verlor seinen Arbeitsplatz als Arzt – und fast all seine Freunde.
  • In Liberia wurden bisher 117 Gesundheitsarbeiter von Ebola infiziert; davon starben 63. Unter den Ebola-Toten aus der allgemeinen Bevölkerung besteht ein leichter Überhang bei Frauen, da sie traditionellerweise die kranken Familienmitglieder pflegen.
  • Das einzige Sanitätsfahrzeug, welches bisher im riesigen Upper Bong County die Hochschwangeren und Risiko-Fälle zur sicheren Geburt bringen sollte, wurd nun in der Ebola-Response benötigt. Dadurch hat sich die ohnehin hohe Sterblichkeit bei Schwangeren durch innere Blutungen etc. noch viel mehr erhöht.
  • Obwohl von der chinesischen Regierung kürzlich eine riesige Lieferung medizinische Hilfsgüter ankam, erreichte bis heute noch nichts davon das von den Chinesen betriebene große Bong Mine-Krankenhaus. Dort sind durch eine infizierte Frau jetzt allein 41 Verdachtsfälle, die wegen den überfüllten Ebola-Centern von unerfahrenen Familienmitgliedern in ihren Privatwohnungen unter Quarantäne gehalten werden müssen.
Das Medikamentenlager des Bong Mine Hospitals, fast leer. Arzneien müssen die Angehörigen selbst mitbringen

Das Medikamentenlager des Bong Mine Hospitals, fast leer. Arzneien müssen die Angehörigen selbst mitbringen

  • Die Präsidentin hat nun tatsächlich einige Vize-Minister und hochrangige Beamte ihrer Posten enthoben, weil sie trotz Anweisung nicht von ihrer „Flucht“ ins Ausland zurück gekommen sind.
  • Das größte regierungseigene Krankenhaus John F. Kennedy-Hospital hat nun nach kurzer Öffnung seine chirurgische Abteilung und die Ambulanz wieder schließen müssen, weil sie nicht mehr genug Personal haben.

    Der Haupteingang des JFK-Hospitals

    Der Haupteingang des JFK-Hospitals

  • Aus den Reihen der UN-Soldaten in Liberia ( UNMIL ) haben die Philippinen ihr Kontingent von 115 Blauhelmen wegen der Epidemie abgezogen.

26.08.2014

  • Aus dem Hauptstadt-Viertel Soul-Clinic wurde bekannt, daß eine Familie ein als sicher infiziert geltendes Mitglied versteckt. Darauf gingen Helfer unter Polizei-Schutz zum Durchsuchen durch jedes einzelne Haus, bis sie die Infizierte fanden.
  • Weil am Freitag einer der letzten Counties/Bundesländer nahe der Elfenbeinküste Ebola-Infizierte meldete, schloß dieses Nachbarland seine Grenzen nun völlig. Der Ebola-Ausbruch in diesen Tagen im zentral-afrikanischen Congo hat aber mit West-Afrika keinerlei Verbindung.
  • In der Hauptstadt Monrovia will man nach erst kürzlicher Erweiterung des Ebola-Centers um 120 Patienten-Plätze dieses nun nochmal um 500 Betten mehr erweitern.
  • Neben dem 29-jährigen britischen Krankenpfleger, der nun populär binnen 24 Stunden nach seiner Ebola-Infektion im benachbarten Sierra Leone in London behandelt wird, hat sich nun erstmals auch ein WHO-Experte infiziert.
  • Immer noch sind viele Minister und hohe Regierungsbeamte im Ausland, meist USA, wohin sie unter Angaben von geschäftlichen, medizinischen oder sonstigen Gründen vor Ebola geflohen sind. Gestern erklärte die Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, daß ein jeder von ihnen, der nicht binnen einer Woche zurück kehrt, umgehend seines Postens enthoben ist. Noch vor wenigen Wochen wollte sie selbst jedoch das Land verlassen, was sie unter dem Druck der Öffentlichkeit sein lies. Etliche Direktoren großer Firmen verlassen weiterhin das Land und nehmen dazu ihre Familien mit.
Das Informationsministerium

Das Informationsministerium

25.08.2014

  • Wie vorgestern mit Erschrecken gemeldet, stoppt nun auch die bisher treueste aller Fluggesellschaften zu Liberia ihre Flüge; – SN Brussels, die frühere „Sabena“. Laut Statement wollen sie erst mal nur vorübergehend aussetzen, bis untersucht worden ist, womit wahrscheinlich die Zwischenlande-Möglichkeiten zum Auftanken oder Notfälle gemeint ist. Von vielen Ländern gibt es immer mehr Restriktionen für Flugzeuge aus Ebola-Ländern kommend. Nunmehr ist es einzig noch die marokkanische „Royal Air Maroc“, welche nach oder von Liberia fliegt.
  • Bei der Behandlung der Ebola-Kranken, die aus Kakata nach Bong Mine kam, wurden durch unterlassene Hygiene-Maßnahmen evtl. noch mehr Virus-Kontakte erzeugt. Während der gesamte innere Zirkel der Familie nun im ELWA-Behandlungszentrum weilt, hatte das County-Health Team nur einfach die „Erlaubnis“ an die Familie gegeben, sie selbst zu beerdigen, anstatt die hochansteckende Leiche fürs Ebola-Krematorium abzuholen. Es bestehen höchste Zweifel, ob die Familie bei der Beerdigung nahe der Stadt Bong Mine die korrekten Vorsichtsmaßnahmen hat walten lassen.
  • Ein japanischer Konzern bietet der Welt ein neues Medikament mit Namen „Favipiravir“ oder „Avigan“ an. Dieses Influenza-( Gruppe-) Medikament hate auch bei mit Ebola-infizierten Mäusen geholfen. Nun in der sogen. klinischen Testphase könnte es bereits für mehr als 20.000 Betroffene geliefert werden. man wartet auf Anfragen.
  • Der an Ebola infizierte medizinische Vize-Direktor des großen regierungseigenen JFK-Krankenhauses, Mr. Abraham Borbor, ein Liberianer, erhielt als einer von drei Ärzten dort das amerikanische ZMapp. Er starb völlig unerwartet gestern am späten Abend. Bis zum Schluß war er noch mobil, d. h. gut zu Fuß unterwegs. Es gibt Gerüchte, daß er HIV-positiv war.
  • Das medizinische Personal, welches bei der Regierung von Liberia angestellt ist, erhält nun schon den vierten Monat kein Gehalt! Das lässt noch mehr die Motivation zum Arbeiten sinken als sie eh schon die Angst vor einer Ansteckung tut. Dabei sind diese Menschen jetzt so bitter nötig, denn wer sonst kann die Epidemie stoppen wenn nicht Krankenschwestern und Laboranten?
  • Die Produktion des neuen Medikaments ZMapp läuft zwar in den Vereinigten Staaten auf Hochtouren, dauert aber noch viele Monate. Es wird aus Tabakpflanzen gewonnen.
  • Am heutigen Montag gab es bisher unter 1.082 Ebola-Fällen 624 Tote.

24.08.2014

  • UNICEF bracht am Samstag abends 68 Tonnen Hilfsgüter im Kampf gegen das Virus nach Liberia. Genau waren es 27 Tonnen Konzentrat von Desinfektionsmittel und 450.000 Paar Einmal-Handschuhe, sowie Infusionen, ORS und Unterstützungsnahrung. UNICEF wird versuchen, es über alle größeren Gesundheitseinrichtungen im Land zu verteilen
  • Nach neuesten Informationen ergibt sich nun folgendes Bild der kürzlichen Ereignisse in West-Point: Als die Polizei in das Viertel einmarschierte, war es, weil Bewohner aus Protest gegen die unangekündigten Regierungsrestriktionen die Ausgangssperre missachteten. Ein 14-jähriger Junge stand seitlich, der im Auftrag seiner Großmutter Trinkwasser verkaufte. Er wurde von den Schüssen dreier Polizisten getroffen, die entgegen anderslautender Meldungen nicht in die Luft, sondern in die Menge schossen. Da der Junge wie alle andern in West-Point keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung hatte, starb er noch am Abend des selben Tages auf dem Weg ins Redemption-Hospitals an seinem Blutverlust. Ein anderer Mann erlitt einen Brust-Durchschuss und befindet sich noch bzw. wieder in stationärer Behandlung. Die Regierung verneint jegliche Schuld.
Der von der Polizei angeschossene Junge in West-Point

Der von der Polizei angeschossene Junge in West-Point

23.08.2014

  • Den beiden Ärzten und der Krankenschwester in Liberia, welche als Erstes das bisher unerprobte Ebola-Medikament erhalten haben, geht es merklich besser. Laut einem Epidemiologen der Oxford-Universität braucht man nach konservativer Schätzung bei diesem Ausbruch Therapie für etwa 30.000 Menschen. Mit den zwölf Dosen des Medikaments ZMapp hat der Hersteller seinen Bestand ausgeschöpft; Neues herzustellen dauert sehr lange.
  • Die ersten beiden Patienten, die das experimentelle ZMapp erhielten und in die USA ausgeflogen wurden, konnten mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen werden.
  • Die Verletzungen der drei Personen bei den Tumulten mit der Polizei und einigen jungen Leuten aus dem Hauptstadtviertel Westpoint sind bis auf eine Knochenfraktur nur leichter Natur. Die Jugendlichen haben Angst, daß sie aufgrund des Einschlusses wegen der Quarantäne noch schlimmer hungern müssen als eh schon bisher. Ein Sack Reis kostet dort nun das Doppelte vom Preis wie vor zwei Wochen und die Nahrungslieferungen sind absolut insuffizient.
  • In den letzten Tagen konnten knapp über hundert Patienten aus den beiden Ebola-Zentren als Virus-frei entlassen werden. Dies zeigt wiederholt, daß die Todesrate bei weitem nicht so hoch ist, wie bei den Ausbrüchen in früheren Jahren im Kongo. Bei schneller Isolierung und Behandlung, d. h. in erster Linie Stärkung des Immunsystems und Substituierung fehlender Körperressourcen besteht eine reelle Überlebenschance von mehr als 30%. Trotzdem kommen Meldungen, daß das Krematorium hinter dem Robertsfield-Flughafen mit der Einäscherung der Ebola-Toten nicht nachkommt.

22.08.2014

  • Der bisher einzig sichere Ebola-Fall in Bong Mines war eine Frau aus Kakata, die ihre Familie in dem nahen Dorf Nijen besuchte. Nachdem auch der Vater Symptome zeigte, wurden beide in ein Behandlungszentrum gebracht.
  • Die Buschclinicen der Organisation „Help-Liberia“ werden zur Zeit förmlich überrannt. Erst gestern kamen so viele Patienten wie noch nie seit deren Bestehen in 2005. Die Primary Health Worker mußten viele Patienten wieder wegschicken, da sie die Menge nicht behandeln konnten. Zudem werden bestimmte Medikamente im Land knapp. Die Helfer haben erklärt, sie wollen den Betrieb trotz der extrem erschwerten Bedingungen aufrecht erhalten und nicht schliessen wie so viele andere es getan haben aus Angst.
Für die wartenden Patienten wird am Beginn jedes Behandlungstages jeweils ein kurzer Vortrag über Hygiene oder andere Gesundheitsregeln gehalten

Für die wartenden Patienten wird am Beginn jedes Behandlungstages jeweils ein kurzer Vortrag über Hygiene oder andere Gesundheitsregeln gehalten

  • Es gehen Gerüchte um, im Hauptstadt-Viertel West-Point, wo es vorgestern Tumulte gab, hätten Unbekannte in den frühen Morgenstunden die Türen vieler Häuser mit Vorhängeschlössern verriegelt vorgefunden und brachten so etliche Einwohner in Kalamitäten und Rage. Als vorgestern die Repräsentantin des Districts in das Viertel wollte, wurde sie mit Steinen beworfen, worauf die Polizei zu schießen begann und drei Personen verletzte. Viele Geschäfte und Banken vor allem in den angrenzenden Stadtvierteln sind geschlossen, ja verbarrikadiert, weil die Unruhen immer gewalttätiger werden.
  • In der großen Stadt Ganta im Nimba County blockierten Bürger aus Hilflosigkeit eine Hauptstrasse, weil seit Tagen acht Ebola-Tote nicht entfernt werden. Im gesamten Nimba-County gibt es nur ein einziges Fahrzeug für die sogen. Task Force.
  • Auf Anfrage der Präsidentin kam einer der besten Ebola-Spezialisten der DR Congo zur Beratung der Regierung nach Liberia. Im Congo hat man mit diesem weltweit ansteckendsten Virus bereits vor Jahrzehnten Erfahrungen gesammelt. Die kongolesische Regierung erklärte sich auch jederzeit bereit für aufzunehmende Ebola-Fälle in deren Hauptstadt Kinshasa.
Die Mansion, der Regierungssitz der Präsidentin

Die Mansion, der Regierungssitz der Präsidentin

  • Die Vereinten Nationen in Liberia ( UNMIL ) übergaben vor einigen Tagen die ersten sechs von 30 gespendeten Pick-Up-Fahrzeuge im Kampf gegen die Seuche.
  • 125 Pastoren vor allem aus christlichen Kirchen wurden kürzlich in Workshops intensiv über Ebola informiert; sie sollen als Vermittler und Multiplikatoren dienen, um die Informationen an der Basis zu verbreiten.
  • Die US-amerikanische Hilfsorganisation „Direct-Relief“ sendet alsbald Antibiotika und Hilfsmaterialien per Luftfracht nach Liberia im Wert einer Drittel Million US-Dollar. Es handelt sich dabei vor allem um die Dinge, welche im Land sehr knapp geworden sind wie Handschuhe, Schutzkleidung für Laboranten, Spezialanzüge und Minerallösung.

21.08.2014

  • Das nationale Rote Kreuz-Komitee in Liberia bildet nun Sozialarbeiter aus, welche mit der zu verändernden Trauerkultur im Land umzugehen haben. Jede Berührung ist verboten, kein Umarmen mehr beim Weinen, nicht einmal ein Händeschütteln ist mehr erlaubt. Und wenn deren tote Familienangehörige gleich nach deren Sterben in einem undurchsichtigen Plastiksack weg gebracht werden, wenn diese weit weg anonym verbrannt werden, so daß danach nicht einmal ein Grab zum Trauern bleibt, so wird da eine über Jahrhunderte gewachsene Kultur getroffen.
  • Heute wurden aus dem ELWA-Ebola-Center zwölf PatientInnen entlassen; sieben davon, weil sie Ebola überstanden hatten. Einer davon war ein Labor-Arbeiter des Rennie-Hospitals in Kakata, ein anderer internistischer Arzt aus dem Catholic Hospital in Monrovia. Bei den restlichen stellte sich der Anfangsverdacht nur als Malaria heraus. Manche der Entlassenen brachen in Tränen aus. Das sollte der Bevölkerung zeigen, daß das Virus nicht immer siegt und die Center keine Einbahnstrassen in den Tod darstellen. Nach Worten der medizinschen Direktorin des Gesundheitsministeriums sollten diese Geheilten nun als Botschafter dem Land dienen.
Ehemalige Ebola-Patienten mit einen Gesundheitszertifikat entlassen

Ehemalige Ebola-Patienten mit einen Gesundheitszertifikat entlassen

  • Der Preis für den durchschnittlichen 25 kg-Sack Reis, das Grund-Nahrungsmittel der Liberianer, stieg von vorher durchschnittlich 13 auf nunmehr fast 18 US-Dollar in der Hauptstadt.
  • Die Ausgangssperre gilt nun seit gestern für das gesamte Land. Auch müssen überall Unterhaltungszentren geschossen werden, wenn sie es nicht schon sind; Kinos dürfen nur noch bis 18 Uhr spielen. Diese Restriktionen gelten vorläufig unbefristet bis auf Widerruf.
  • Die UN stoppt nicht nur ihren langsamen Abzug des Personals aus Liberia, sondern bringt jetzt gar einiges medizinisches Personal ins Land. Nach den letzten Zahlen vor dem Ebola-Ausbruch arbeiteten in ganz Liberia mit einer Bevölkerung von 4.400.000 Menschen nur 51 liberianische Ärzte.
  • Gestern morgens kam es zu einem kurzen Tumult, als eine Gruppe aus dem abgesperrten Hauptstadt-Viertel West-Point auszubrechen versuchte. Als die meist Jugendlichen mit Steinen warfen, schoß die Polizei in die Luft und setzte Tränengas ein. Vier Bürger wurden verletzt. Grund dafür war, weil die Absperrungen so unangekündigt kamen, daß sich die Bürger nicht im Voraus mit Nahrung eindecken konnten. Nun herrscht Angst vor Hunger.
  • In Sierra Leone konnte nun die Herkunft des Virus aus Guinea, dem Ursprungsland zurück verfolgt werden. Es war eine Heilpraktikerin, deren Ruf auf mögliche Heilung Betroffene die Grenze überquerten.
  • Der bisher noch ungetestete Impfstoff VSV-EBOV gegen Ebola, der vor kurzem aus Kanada in Liberia ankam, reicht für ca. 800 bis 1000 Dosen. Heute wurde bekannt, daß vom Hauptquartier der Internationalen Emergency Management Organization (IEMO) in Italien ein auch noch ungetestetes Medikament gegen Ebola eingeflogen wird, das für 30 Infizierte reichen würde.
  • In der Stadt Bong Mines im Lower Bong County wurde heute zum ersten Mal eine Person mit Ebola-Symptomen entdeckt. Sie stammt aus dem nahen Kakata und wurde umgehend von Gesundheitsarbeitern in ein Behandlungszentrum gebracht.

20.08.2014

  • Gestern verfügte die Präsidentin die schon länger angekündigte Ausgangssperre wegen Quarantäne für das Stadtviertel West-Point und zusätzlich Dolo-Town. Dies auch in Folge wegen den entflohenen Ebola-Kranken, die dort für einige Tage außerhalb des Behandlungscenters waren. Die Quarantäne beinhaltet auch eine Ausgangssperre von 21 bis 6 Uhr. Zudem hat die Abriegelung die Lebensmittelpreise binnen kurzem fast verdoppelt.
Das Slum-Viertel West-Point in Monrovia vom Ducor Hotel aus gesehen

Das Slum-Viertel West-Point in Monrovia vom Ducor Hotel aus gesehen

  • Die Präsidentin ist verärgert, weil Warnungen der Regierung missachtet werden. Sie hatte vor einer Woche bereits alle Regierungsmitarbeiter aufgefordert, an ihrem Arbeitsplatz zurück zu kehren und deren Urlaub zu beenden. Besonders Beamten des Präsidialamtes gab sie ein Limit von einer Woche. Viele hochrangige Liberianer besitzen zusätzlich die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, was ihnen die Ausreise erleichtert. Es gehen stramme Gerüchte um, daß in deren Koffern etliche der Dollars waren, welche sie aus Hilfssendungen zur Eindämmung der Ebola-Seuche gerade erhalten hatten.
  • Nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation wird die Ebola-Krise noch viele Monate andauern. Ihr gegenüber haben sich verschiedene Anrainerländer bereit erklärt, angesichts der zu erwartenden Hungersnot aufgrund der Quarantäne Liberia mit Lieferungen der Hauptnahrungsmittel zu unterstützen.

19.08.2014

  • Die Hilfsorganisation „MSF“ mit Sitz in Paris ist angesichts der sich zuspitzenden Lage verzweifelt: „Wir sind Ärzte ohne Grenzen, aber nicht ohne Limit!“ Deren Behandlungszentrum in Foya beherbergt nun nach nur zwei Wochen dreieinhalb mal mehr Patienten als vorher, nämlich 137 Fälle. Die professionellen Teams sind völlig überlastet.
  • Noch bevor die Ebola-Seuche vor allem über das medizinische Personal ausbrach, kam ein Arzt auf ca. 80.000 Bürger. Jetzt wird sogar diese Anzahl noch reduziert durch die furchtbare Katastrophe.
  • Die liberianische Regierung gibt zu, dass wie zu Kriegszeiten die Situation der Waisenkinder aufgrund Ebola zum nationalen Problem wird. Auch mit Familien, die gesund Entlassene aus den Behandlungszentren wieder aufnehmen, muß dringend besser kommuniziert werden.
  • Die Test-Ergebnisse nach Checks bei Verdächtigen kommen immer noch verspätet an, was schlimme Konsequenzen in Familien etc. hat.
  • In Liberia werden nun durch das Internationale Rote Kreuz zusätzlich 8 ( acht ) Sozialarbeiter für psychosoziale Zwecke ausgebildet.
  • Im Marghibi-County gehen Teams von Haus zu Haus auf der Suche nach Verdachtsfällen.
  • Im Nimba-County sind Wohnungsumzüge verboten worden. In diesem riesigen Landstrich voll schwerst zugänglichen Busch mit einer Fläche ähnlich der Oberpfalz gibt es kein einziges Fahrzeug für das Desinfektionsteam der Regierung.
  • Aus allen Ecken des Landes erreichen das Gesundheitsministerium Klagen über riesige Defizite oder gar völliges Fehlen an Personal und Material. Oft können gar die Verantwortlichen tagelang nicht telefonisch das Ministerium erreichen, um Meldungen oder Anforderungen abzugeben.
Das von den Chinesen 2012 fertiggestellte neue Gesundheitsministerium

Das von den Chinesen 2012 fertiggestellte neue Gesundheitsministerium

18.08.2014

  • Die Anzahl der Ebola-Patienten in den Behandlungszentren hat sich in der vergangenen Woche im Vergleich zur Woche davor verdreifacht.
  • Das Training und Workshops für freiwillige Helfer kommt besser in Gange; ebenso die Annahme der Anrufe bei der Hotline. Noch lange allerdings nicht die Reaktion darauf, also ein promptes Ausrücken von Teams in die Privatwohnungen.
  • Woran es vor allem in der Hauptstadt bzgl. des Krisen-Managements noch stark mangelt sind Dinge wie die Identifizierung der Kranken und Toten, Beruhigen der Kontaktpersonen, sie versorgen und unterbringen bis das Haus desinfiziert ist, Essensversorgungsstrukturen für besonders Bedürftige aufzubauen und Ansprechpersonen für Fragen von Außen klar veröffentlichen
  • Die große „LoneStar“-Telefon-Gesellschaft sendet jetzt vor jedem Anruf, den man über sie tätigt, eine Achtungswerbung, auf dass den Menschen bewusst gemacht wird, dass Ebola tatsächlich existiert.
Die Zentrale der größten nationalen Telefongesellschaft Lone-Star-Cell

Die Zentrale der größten nationalen Telefongesellschaft Lone-Star-Cell

  • Die deutsche Regierung rief heute alle Deutschen auf, Liberia zu verlassen.

17.08.14

  • Die Vereinten Nationen ( UN ) bereiten Helikopter-Flüge vor mit Lebensmitteltransporten in die unter Quarantäne stehenden Countys. Dort haben nämlich viele Farmer keinen Zugang mehr zu ihren Feldern, was eine furchtbare Kettenreaktion auslöst.
  • In diesen Tagen wird ein neues Ebola-Center nahe des renommierten Phebe-Hospitals bei einer Lepra-Kolonie an der Bong-Hauptstadt Gbarnga gebaut.
  • In einem Dorf im Upper Bong County sind allein innerhalb der vergangenen drei Wochen mit 30 Ebola-Toten 10 % der Dorf-Bevölkerung gestorben.
  • Nur weil ein verängstigter Taxifahrer einen erbrechenden Fahrgast schnell am Marktplatz einer Kleinstadt im Upper Bong County absetzte, wurde gleich der gesamte Wochenmarkt auf einen anderen Platz verlegt. Dem Mann konnte später nachgewiesen werden, daß er Ebola-frei sei und das Erbrechen von einer anderen Krankheit herrührte.
  • Die Anzahl der Personen, die mit dem neu eingeflogenen Ebola-Medikament ZMapp behandelt werden können, liegt bei maximal 12 ( zwölf ) Patienten. An zwei liberianischen und einem nigerianischen Arzt wurde es im JFK-Hospital verabreicht; am heutigen Sonntag mit dem vierten Tag bei insgesamt sechs Behandlungstagen. Nun muß entschieden werden, welche neun anderen Betroffenen das Medikament erhalten.
  • Das neue riesige Ebola-Center für 120 Patienten, welches „Ärzte ohne Grenzen“ vor wenigen Tagen eröffnet hatte, liegt ganz nahe dem äußerst betriebsamen Verkehrsknotenpunkt ELWA-Kreuzung, weil sich dort in letzter Zeit die Ebola-Fälle extrem häuften.
  • Das große Regierungs-Krankenhaus JFK hat all seine Mitarbeiter heute aufgerufen, morgen wieder zur Arbeit zu erscheinen. Auch das Betriebskrankenhaus der Reifenfirma „Firestone“ in Harbel, wo die allererste Ebola-Patientin von Monrovia behandelt wurde, hat sich auf mehr aufnehmende Fälle eingestellt.
  • Bis zum heutigen Tag sind 170 Gesundheitsarbeiter an Ebola infiziert und 81 gestorben; das ist etwa ein Viertel aller Ebola-Toten in ganz Liberia. Das zeigt, daß Gesundheitsarbeiter die gefährdetste Gruppe sind.
  • Im großen Distrikt-Krankenhaus in Bong Mines, welches einen riesigen Einzugsbereich hat, befindet sich kein einziger Patient. Einerseits verlangt das betreibende chinesische Eisenerz-Unternehmen nun für jede kleinste Tätigkeit hohe Preise von seinen Patienten, andererseits vermuten die Menschen, daß sie dort den Virus noch eher aufschnappen könnten; haben also Angst.
  • Die Buschclinicen unserer Organisation „Help Liberia-Kpon Ma e.V.“ in Mawah und Yarbayah sind und bleiben weiterhin geöffnet! Das Personal arbeitet freiwillig weiter, obwohl sie sehr besorgt sind. Doch sind sie sich bewusst, daß ohne ihre Clinicen eine riesige Gegend mit Tausenden Dörfern keinerlei Zugang zu irgendwelcher medizinischen Behandlung wie für Malaria oder anderes hätte!
Gesundheitsberatung vor dem Behandlungsbeginn

Gesundheitsberatung vor dem Behandlungsbeginn

  • In und aus der Hauptstadt Monrovia wird die Quarantäne noch sehr sehr lax gehandhabt; es gibt kaum Straßen-Kontrollen. Infizierte könnten so leicht den Keim in das noch unverseuchte Hinterland schleppen.
  • Auslöser eines furchtbaren Ereignissen am vergangenen Freitag spätabends war eine Mutter, die ihren Familienangehörigen im erst kürzlich von der Regierung eröffneten Ebola-Center zu Essen bringen wollte. Es befindet sich in einer ehemaligen Grundschule im Slum-Viertel West-Point, fast mitten in der Hauptstadt. Dann geriet eine Meute Jugendlicher, die in der Nähe waren, darüber so in Rage, daß sie die Fenster zerstörten und die Patienten zum Gehen aufforderten. Manche Verwandte holten ihre auf den Ebola-Virus gesicherten Kinder mit blossen Händen heraus. Fast dreissig Patienten flohen und sind jetzt wieder unter dem wahrscheinlich dichtest bevölkerten Stadtteil Liberias, wo die Menschen zu Tausende ihre Notdurft auf den Strassen oder am Strand verrichten. Die vielen aufgebrachten Jugendlichen skandierten Schmährufe auf die Regierung, auf dass sie die Geschichten mit dem Virus für von korrupten geldgierigen Politikern erfunden glauben. Das Gesundheitsministerium hatte den Bewohnern erst vor wenigen Tagen Angst bereitet, indem sie ankündigten, dass sie das gesamte Viertel absperren wollten und unter Quarantäne mit Lebensmittel versorgen.
Ein Vater holt sein Ebola-infiziertes Kind wieder aus der Clinic.

Ein Vater holt sein Ebola-infiziertes Kind wieder aus der Clinic.

16.08.2014

  • Der liberianische Vize-Gesundheitsminister gab gestern zu, daß von dem neu eingetroffenen ZMapp-Medikament nur für wenige Ärzte genug vorhanden ist.
  • Kenya-Airways kam unter Druck seitens der WHO, ihren Flugbetrieb von bzw. nach Liberia einzustellen. Diese weigern sich jedoch mit dem Verweis auf die Gesellschaft „SN-Brussels“, die ja auch weiterhin, wie schon in der kriegerischen Vergangenheit, Monrovia bedienen.
  • Aus den überfüllten Gefängnissen Liberias wurden heute über 100 Gefangene freigelassen, die nur wegen leichteren Vergehen einsaßen.
  • Angeblich hat der Präsident von Nigeria heute 16.000 Ärzte entlassen, die sich seit vielen Wochen im Streik um bessere Arbeitsbedingungen befinden.
  • Allein binnen der letzten drei Wochen starben nach inoffiziellen Angaben 40 Helfer aus den Ebola-Centern.
  • Heute eröffnete die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ in Kooperation mit „UNICEF“ ein zweites Ebola-Zentrum in der Hauptstadt Monrovia mit einer Kapazität für 120 Patienten.

15.08.2014

  • Die US-Amerikanische Fluggesellschaft „DELTA“ stellt zum Ende diesen Monats ihre Flüge nach bzw. von Liberia ein. Die USA waren schon immer aus deren Geschichte heraus das Bruderland Liberias. Auch dürfen Schiffe nicht mehr in die Hoheitsgewässer der benachbarten Elfenbeinküste einfahren, wenn sie aus Liberia, Sierra Leone oder Guinea kommen.
  • Gestern Abend wurde von Anwohnern in Paynesville in deren Straßen ein lange anhaltender Schusswechsel vernommen, dessen Ursache noch unklar ist.
  • Das Virostaticum „ZMapp“, welches zur Zeit so viel beachtet aus den USA trotz dass es unerprobt ist, gegen Ebola in Liberia eingesetzt wird, kam gestern in Monrovia an. Es waren zwei, genau zwei große Kartons. Zuerst ist es gestern an zwei infizierten lib. Ärzten angewandt worden, die in der Isolierabteilung des JFK-Krankenhauses liegen.
  • Ein Impfstoff, den die kanadische Regierung angeboten hat, kann in ca. zwei Monaten bei 20 Gesundheitshelfer der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ erprobt werden, die im Ebola-Center in Foya arbeiten.
  • Angesichts der Verdoppelung der Reis-Preise ermahnt die Regierung die Bürger, sich wieder mehr auf dessen Eigenanbau zu besinnen. Reis ist das Haupt-Nahrungsmittel der dortigen Bevölkerung und wird zum Großteil importiert.
  • Gestern erst entfernte man einen an Ebola gestorbenen Mann, der für alle sichtbar zwei Tage lang offen in den Strassen im dichtbewohnten Slumviertel Westpoint lag.
  • Binnen der letzten drei Tage sind 38 Menschen alleine im Lofa-County gestorben. Im dortigen kleinen Ebola-Center in Foya befinden sich derzeit 81 Patienten. Verdachtsfälle aus den Gegenden werden nun vermehrt auf Ladeflächen von Pick-Ups ins Center gefahren, da die Sirenen psychische Traumata bei den Anwohnern der befahrenen Straßen auslösten.
Das Ebola-Repsonse Team bringt einen Ebola-Toten weg

Das Ebola-Repsonse Team bringt einen Ebola-Toten weg

14.08.14

  • Das JFK-Krankenhaus, größtes und regierungseigenes Hospital, ist nun seit gestern wieder fast komplett geöffnet. Einzig die OPD, Ambulanz für nicht-stationäre Patienten, bleibt weiterhin geschlossen. Die Maternity-Abteilung für Schwangere ist überfüllt.
Die Geburtshilfe-Abteilung des JFk-Hospitals

Die Geburtshilfe-Abteilung des JFk-Hospitals

  • In Red Light, dem riesigen Markt am Nordrand der Großstadt, kommt das Leben wieder langsam in Schwung. Man sieht wieder viele Menschen einkaufen, doch bei weitem nicht so wie vor noch wenigen Wochen. In den allgegenwärtigen Sammelbussen, die das Rückgrat zum Transport der ärmeren Bevölkerung darstellen, dürfen nur noch drei Passagiere sitzen, so daß sich niemand berühren kann. Bisher wurden die Sitzbänke bis zum Brechen vollgepackt.
  • Patrick Sawyer, ein hoher Beamter des Finanzministeriums, der durch die traurige Tatsache bekannt wurde, das er es war, der das Ebola-Virus nach Nigeria brachte, wurde vom Präsidenten Nigerias, Goodluck Jonathan als „einen verrückten Mann“ bezeichnet. Sawyer hatte seine kranke Schwester ins Catholic-Hospital gebracht, wo sich aufgrund ihres schlimmen Anblicks sofort Mediziner auf sie stürzten. Gesundheitsarbeitern wurden vom Krankenhaus-Administrator und einer anderen Führungsperson die Bedenken wegen Ebola ausgeräumt; sie sollten schnell zupacken. Doch die Patientin starb binnen kurzer Zeit. Patrick Sawyer wurde nahegelegt, sich eines Ebola-Test zu unterziehen, der negativ zeigte. Darauf stattete Sawyer noch dem großen Eisenerz-Bergwerk Arcelor-Mittal einen Besuch ab. Kurz darauf flog er nach Nigeria und starb eben dort an Ebola. Nun ist man beim Arcelor-Mittal-Konzern trotz begonnener umfangreicher Massnahmen in hellster Aufregung. Langsam spricht es sich in Liberia herum, allmählich gibt es deutliche Hinweise, dass der Ebola-Test nur zu 50 % sicher ist.
  • China hat Patienten-Monitore, 10.000 Schutz-Anzüge u. a. im Gesamtwert von 1 Million US-Dollar nach Liberia gespendet.
  • Die Counties Lofa, Bomi, Grand Cape Mount und Bong sind vorläufig für einen, wahrscheinlich sogar für drei Monate geschlossen. Das heisst, nur Gesundheitsarbeiter, höhere Beamte, Sicherheitspersonal und Journalisten dürfen durch die militärischen Strassensperren.
  • Weil die Bürger Angst haben, sich in den dicht gepackten Sammeltaxen anzustecken, gehen immer mehr auch längere Distanzen zu Fuß – und werden Opfer von Taschendieben. Aber auch sonst nimmt die Kriminalität signifikant zu.
  • In dem Stadt Kakata wurden Verwandte dabei ertappt, wie sie trotz der massiven Warnungen von Seiten der Autoritäten ihre tote Familienangehörige wuschen und mit bloßen Händen zur Beerdigung vorbereiteten. Bei deren Entdeckung rannten sie davon – und infizierten vielleicht etliche andere.
  • Einheimische Helfer bleiben immer häufiger von ihren Arbeitsplätzen bei den Ebola-Zentren weg, obwohl ihre Kraft dort dringend gebraucht wird. Diese eh schon viel zu wenigen Helfer halten die Belastung kaum aus die besteht aus – extremen Schwitzen bei der hohen Luftfeuchtigkeit – dem gräßlichen Anblick der aus allen Poren blutenden Menschen – dem oftmals allüberall verteilten Stuhl und Erbrochenen.
  • Das neue an Menschen noch ungetestete Medikament ZMapp gegen das Virus hat seit gestern alle großen Krankenhäuser in Monrovia erreicht.

13.08.2014

  • Obwohl die WHO in einem Statement vom 8. August empfohlen hat, dass einkommende Flüge aus Ebola-infizierten Ländern nicht verboten werden sollten, hat nun genau das die zu Liberia benachbarte Elfenbeinküste getan.
  • Trotz der Anordnung der lib. Regierung, insbesondere die Hauptstadt unter Quarantäne zu setzen, wurden die Strassen noch lange nicht völlig gesperrt. Gestern konnten Mitarbeiter unserer Organisation ohne Kontrollen nach Monrovia und wieder hinaus.
Ein Kontrollpunkt der Polizei an einer Ausfallstrasse der Hauptstadt

Ein Kontrollpunkt der Polizei an einer Ausfallstrasse der Hauptstadt

  • Die völlig überlasteten Call-Center an den Ebola-Hotlines beginnen, frisch graduierte Schüler, die arbeitslos sind, anzulernen. Es ist ein langsamer Prozess.

12.08.14

  • Im Statement der Präsidentin vom 30. Juli war vor allem Folgendes interessant: Nur noch Gesundheitsarbeiter dürfen in/aus Gemeinden unter Quarantäne. Lebensmittel und Medikamente werden in solche Gebiete geliefert. Ebola-Leichen sollen eher verbrannt als begraben werden, um das Trinkwasser nicht zu verseuchen. Kinos und Unterhaltungszentren müssen ab sofort gute Sanitäranlagen haben, mit der Priorität zur Gelegenheit des Händewaschens beim Eintritt und Verlassen. Deren Besucheranzahl wird beschränkt, ja es wird sogar von deren Besuchen abgeraten. Die Verteuerung von Sanitärartikeln wird als Angriff auf das Volk Liberias betrachtet. All diese Artikel sind ab sofort bei Landeseinfuhr zollfrei.
Nicht nur Abfall vergiftet das Trinkwasser, sondern auch Leichen

Nicht nur Abfall vergiftet das Trinkwasser, sondern auch Leichen

  • Die Schweizer Organisation „Medair“ soll sogar ein passendes Flugzeug bereit halten, um Infizierte auszufliegen. Deren Clinic war und ist nie geschlossen und gut, aber sehr teuer für Behandlungen. Dort werden jedoch keine Ebola-Fälle behandelt. Dies findet einzig auf dem ELWA-Gelände und in der Stadt Foya statt, das völlig überlastet ist.
  • Ein schlafender Betrunkener wurde als Ebola-Opfer deklariert, von Gesundheitsarbeitern besprüht, worauf dieser starb und in einem Sack abtransportiert wurde.
  • Die Ebola-Hotlines sind überlastet und weil schwer zu erreichen, rufen die Bürger bei Radiostationen an.
  • Die Erweiterung in ELWA wurde zu spät begonnen, weil keine Gelder rechtzeitig ins Land kamen, sie wird heute eröffnet. Doch es gibt nur genau einen einzigen Krankenwagen und dieser hat nicht mal eine Abschirmung zum Fahrer.

11.08.14

  • Ein junger Deutscher in Ruanda, der gerade in Liberia war, hat sich mit Ebola-ähnlichen Symptomen unter ärztliche Beobachtung gegeben.
  • Bis Ende August sind derzeit alle Flüge aus Liberia völlig ausgebucht
Der internationale Flughafen von Liberia Robertsfield

Der internationale Flughafen von Liberia Robertsfield

  • Private Bürgergruppen bewachen in Eigenregie nachts Trinkwasserbrunnen in manchen Stadtvierteln der Hauptstadt und in Bong Mines

10.08.2014

  • Der ( einzige ) Arzt des Bong-Mine-Hospitals, welches einen riesigen Umkreis versorgt, erhebt schwere und berechtigte Vorwürfe bzgl. der Ebola-Strategie. So meinte er, dass nach einer Ebola-Entdeckung nicht nach dem Protokoll vorgegangen wird. Die hauseigenen Labor-Assistenten müssen unerfahren die Blutproben auf Ebola testen und so läuft man höchste Gefahr, dass auch noch dieses rare medizinische Personal ausfällt. Zudem dauert die Zeit bis zum Ergebnis meist zwei bis drei volle Tage, während dieser die Testperson Hunderte andere infizieren kann. Er hofft, daß die Millionen der WHO nun clever und schnell angewendet werden.
Das jetzt von den Chinesen betriebene District-Krankenhaus in Bong Mines mit 109-Betten-Kapazität

Das jetzt von den Chinesen betriebene District-Krankenhaus in Bong Mines mit 109-Betten-Kapazität

  • In einem tief zu Herzen gehenden Statement hat sich der Sprecher der NGO „Samaritains purse“ geäußert. Er hofft inständig, daß nicht wieder die vielen Hilfsgelder, welche jetzt die Weltgemeinschaft zur Bekämpfung der Seuche schicken, korrupt in die privaten Taschen der Politiker fließen.
  • Die US-Regierung lässt die Familien ihres in Liberia vielzählig vorhandenen Botschaftspersonals ausfliegen.
  • Es gehen Gerüchte um in Liberia, man hätte zwei LKW´s voll geladen mit Gewehren im Nimba-County von der Grenze zu Guinea kommend gestoppt.
  • Viele Unternehmen wie Caterpillar, Arcelor Mittal, Exxon Mobile, das australische Eisenerz-Unternehmen Tawana Ressources und etliche mehr haben ihre Aktivitäten in Liberia stark herunter gefahren bzw. sind dabei, sich auf ein Verlassen des Landes vorzubereiten, wenn sie es nicht schon getan haben. Das schwächt die liberianische Wirtschaft nun noch mehr.
  • Die Preise für Reis, das Grundnahrungsmittel im Land, haben sich verdoppelt. Die Bauern kommen schwer zu ihren Feldern, die Händler können nichts von ihren Quellen kaufen, der Hunger wird schlimmer.

09.08.14

  • Experten der WHO sind ins Land gekommen, um zu sehen, ob die Testphase an Menschen für das neue Ebola-Antivirustaticum beginnen kann.
  • Im Nachbarland Guinea, wo die Seuche begann, gibt es immer noch keine neuen Krankheitsfälle; dort ist offenbar die Krankheit zum Stillstand gekommen.
  • Von dem Gerücht der Person, welche im Ebola-Center ELWA Gift den Patienten gespritzt haben soll, heißt es, es wäre eine als Krankenschwester verkleidete Frau gewesen.
  • Der in Shefflin-Town beim intern. Flughafen vor wenigen Tagen angeblich vergiftete Brunnen wird laut Polizeiangaben jetzt schon von der Bevölkerung benutzt, was für die Autoritäten als Beweis genommen wird, dass gar keine Vergiftung stattfand.
  • Im Rhennie-Hospital, das im Verkehrsknotenpunkt Kakata liegt, gibt es mittlerweile die erste Ebola-Tote; eine Krankenschwester. Dazu drei sicher Infizierte und unter ihnen der Laborant, von dem das Virus ausging. Seine Familienmitglieder stehen mittlerweile auch unter Ebola-Verdacht wie auch einige zusätzliche Hilfskräfte im Krankenhaus. Das Rhennie-Hospital, welches für eine riesige Gegend die einzige chirurgische Versorgung anbietet, ist deshalb mittlerweile von seinem Personal fluchtartig verlassen worden und mußte auch als eines der letzten offenen Gesundheitsposten schliessen. Nun gibt es für Unfallopfer im Radius von über 100 km keine Hilfe mehr, falls etwas passiert. Auch die sonst so überfüllten Strassen der Stadt sind nun fast leer. Damit zieht der Virus nun erstmals bedenklich nahe ans bisher verschont gegebliebene Hinterland.
Ein Krankenzimmer im Rennie-Hospital in Kakata

Ein Krankenzimmer im Rennie-Hospital in Kakata

  • Am Stadtrand von Monrovia wurde ein Krematorium eröffnet, was als Folge angesehen werden kann auf die Bürger-Unruhen. Diese entstanden, weil die Anwohner keine Massengräber mit Ebola-Leichen in ihrer Nachbarschaft dulden wollten.
  • Für diesen Freitag, Samstag und Sonntag sollen alle Geschäfte des gesamten Landes geschlossen bleiben, um zu Fasten und zu Beten, aber auch notwendige Desinfektionsmassnahmen durchzuführen.
  • Das grosse Regierungskrankenhaus JFK und das Redemption-Hospital öffneten unter dem Ansturm der anderweitig erkrankten Bürger zumindest die Notfall-Ambulanz und die gynäkologische Abteilung. Für wie lange, ist noch ungewiss.
  • Wegen der Quarantäne-Verordnung und Ausrufung des Ausnahmezustands sind alle Ausfallstrassen vom Militär blockiert, was oft zu dramatischen Szenen dort führt. Kurzzeit-Besucher können nicht mehr nach Hause und aus der infzierten Zone heraus; wegen fehlender Vorab-Information führte das oft zu Aggressionen. In Monrovia wurde gar ein Polizeiauto mit Steinen beworfen.

08.08.14

  • Heimkehrende Reisende aus Westafrika haben sich in Wales/Großbritannien freiwillig in Quarantäne gegeben und werden medizinisch genau beobachtet, ob sich Ebola-Symptome zeigen
  • die Ebola-Toten in der Hauptstadt werden täglich mehr; mittlerweile ist die Zahl bei circa mehr als 10 Fällen täglich angelangt, die im ELWA-Center angeliefert werden
  • Nun zeigen sich langsam die Folgen der anfangs so laxen Behandlung der Gesundheitskontrollen, denn in vielen anderen Ländern wie Benin, den USA und Skandinavien etc. gibt es Verdachtsfälle. Zwar muß Kopf- und Gliederschmerz mit Fieber usw. noch lange nicht heissen, daß der Betroffene den Ebola-Virus in sich hat, doch wenige Tage nach Verlassen Liberias mit solchen Symptomen konfrontiert zu werden, sollte höchste Alarmglocken klingeln lassen.
  • Nachdem die gesamte Hauptstadt nun unter Quarantäne gestellt wurde, macht es dies erstmal das Leben für die Bevölkerung noch schwerer; sie kommen oft nicht ran zu den hilfreichen Geldsendungen von Verwandten aus dem Ausland und dadurch auch nicht zu bitternötigen Essenseinkäufen. In Liberia muß Nahrung fast täglich frisch eingekauft werden, da es keine Kühlmöglichkeiten in der Masse der Bevölkerung gibt.

06.08.14

  • Gerüchte gehen um, Krankenschwestern hätten im ELWA-Hospital Patienten das Formaldehyd intravenös gespritzt, worauf sie starben. Viele Menschen halten die Ebola-Behandlungszentren für Sterbelager und versuchen zu verhindern, dass Erkrankte dort hingebracht werden; stattdessen halten sie diese im Familienkreis.
  • Auch erzählt man sich, dass Ex-Combattants ( ehemalige Kindersoldaten ) angeheuert wurden, um die Trinkwasserbrunnen der Umgebung zu vergiften, damit so die Regierung der Untätigkeit bezichtigt werden kann
  • Sowohl der amerikanischen Krankenschwester wie auch dem Arzt in den USA geht es besser. Erste kritische Stimmen werden in Liberia laut, die fragen, weshalb diese Therapie nur an die Weissen gegeben wurde
  • Gestern sah man erste Armee- und Polizei-Einheiten, die Gemeinden abriegelten, damit deren Bürger nicht mehr die Strassen blockieren können aus Protest gegen das zögerliche Abholen der Leichen aus Privathäusern
  • Heute wurde die große Ausfallstrasse aus der Hauptstadt in Richtung Brewersville von etlichen Jugendlichen blockiert, da sie die Regierung unter Druck setzen wollten, 27 Leichen aus den Häusern dort endlich abzuholen und die Häuser zu desinfizieren, damit die Menschen darin weiter leben können. Die Jugendlichen waren erfolgreich
Am 5. August 2014 mitten in der Hauptstadt Monrovia

Am 5. August 2014 mitten in der Hauptstadt Monrovia

05.08.14

  • Die drei Hilfsorganisationen in Liberia, welche dem Land helfen, gegen das Ebola-Virus anzukämpfen, sind vornehmlich MSF ( Ärzte ohne Grenzen ), Samaritans Purse und UNICEF. Sie sind überfordert, da auch von Regierungsseite noch immer nicht genügend Personal, insbesondere qualifizierte Kräfte zur Verfügung stehen. Großteils wird in Zelt-Provisorien gearbeitet, die völlig überfüllt sind mit Ebola-Patienten
  • Erschwert wird die Prävention ganz massiv, weil immer mehr Bürger lautstark ihre Meinung verbreiten, Ebola wäre eine Regierungslüge. Dies kommt in erster Linie durch viel zu wenig Zugang der Bevölkerung an Informationen. Wenige haben Radio, noch weniger können sich Zeitungen in den Städten kaufen, auf dem Land schon gar nicht. Und Fernsehen kann nur eine ganz geringe Minderheit.
  • Ob die willkürliche Vergiftung von Trinkwasser-Quellen im Zusammenhang mit der Ebola-Seuche in Zusammenhang steht, ist derzeit noch unklar. So wurde in einer Gemeinde nahe des internationalen Flughafens jemand ertappt, wie er eine Flüssigkeit ins Trinkwasser schüttete, die normalerweise zur Konservierung von Leichen benutzt wird ( Formaldehyd ). Auch auf dem ELWA-Compound, wo sich der momentan größte Sanitätsposten für Ebola-Patienten befindet, erwischte man eine Frau, die das Trinkwasser dort vergiften wollte. Die Flüssigkeit wird auch zur Flächendesinfektion benutzt und ist sehr stark.
  • Es gibt nun gesicherte Ebola-Krankheitsfälle aus fast allen Stadtteilen Monrovias; auch die Todesfälle nehmen zu. Leichen werden oft tagelang nicht abgeholt, obwohl auch extra zu diesem Zweck Notfall-Telefonnummern bekannt gegeben wurden. Ob daran der Umstand Schuld trägt, dass diese Aufgabe von privaten Firma getätigt wird, weiss man nicht. An den letzten beiden Tagen wurden gar der Somalia-Drive bei Gardnersville und der UN-Drive am Hafen von wütenden Anwohnern blockiert und dadurch die Zu- und Ausgänge aus bzw. zum Hauptstadt-Zentrum. Diese als Folge, wegen der Untätigkeit der Regierung.

04.08.14

  • nachdem nun die Bevölkerung die Regierung gedrängt hat, die einfach abgelegten Ebola-Leichen in Clara-Town, einem Randviertel in Waterside bei Monrovia einzusammeln, sind diese sicher beerdigt worden
  • die liberianischen Bürger, welche die Ebola-Epidemie als Farce der Regierung erklären, werden mehr
  • der ärztliche Direktor, der das renommierte Catholic-Hospital in der Hauptstadt mehr als zwei Jahrzehnte geleitet hat und vor einigen Tagen am Ebola-Virus gestorben ist, wurde nun beerdigt
  • Flugpassagiere, die aus Liberia in den USA ankommen, werden dort bei der Ankunft in keinster Weise medizinisch gecheckt
  • Vorbereitungen werden in Liberia getroffen, auf daß Nancy Writebol, die Kollegin des Arztes, der schon zur Ebola-Behandlung in die Staaten gebracht wurde, ebenfalls ausgeflogen wird

03.08.14

  • in das Ebola-Center auf dem ELWA-Compound in der Hauptstadt werden ca. zehn neue Fälle täglich gebracht, allerdings meist in öffentlichen Taxi´s ungeschützt, so dass sich Nachfolgende darin extrem leicht infizieren können
  • in vielen Gemeinden wird von Extremisten das Gerücht in die Welt gesetzt, dass diese Hilfs-Zentren „Todeslager“ sind, aus denen man eh nie wieder lebend heraus kommt
  • auch denkt eine nicht unerhebliche Minderheit in Liberia, dass die ganze Ebola-Hysterie nur von der lib. Regierung eingefädelt wurde, um so große Geldsummen von anderen Ländern zu erhalten. Sie verweigern sich folglich jedweden Sicherheitsmaßnahmen.
  • Liberia hat nun auch mit seinen betroffenen Nachbarländern 100 Millionen US-Dollars bekommen.
  • alle Ausreisenden aus Liberia werden bereits seit einigen Tagen auf das erste Kardinal-Symptom hin, nämlich Fieber, gecheckt. Letzten Freitag wurde bekannt, dass alle Abfliegenden am internationalen Robertsfield-Airport gleichbleibend mit 32 Grad Celsius gemessen wurden. Das einzige Thermometer, welches die Hilfskraft dort benutze, war defekt. Niemand weiß, seit wie lange schon.
  • weil zunehmend manche Leichenschauhäuser von Krankenhäuser überfüllt sind, mussten nun die ersten mit Ebola-infizierten Körper beerdigt werden. Dazu brauchte es Militär zum Schutz der Helfer, da sich die umliegende Bevölkerung massiv zur Wehr setzte.
  • die „Frauen mit den weissen T-Shirts“ aus der WIPNET-Bewegung von Leymah Gbowee, die den Krieg mit beenden halfen, sind wieder aktiv mittels Gebeten an Strassenrändern so wie damals

    Eine der Tausende von WIPNET-Frauen

    Eine der Tausende von WIPNET-Frauen

  • an vielen Punkten in der Hauptstadt stehen Behälter mit Händedesinfektionsmittel für die Öffentlichkeit
Die WIPNET-Frauen sind wieder da

Die WIPNET-Frauen sind wieder da

 

  • Monrovia ist dieses Wochenende wie ausgestorben; kaum jemand ist auf den Strassen; die Geschäfte, die Schulen sowieso, die öffentlichen Gebäude, alle Märkte sind geschlossen; die Stadt wirkt gespenstisch

02.08.14

  • die Bundesrepublik gibt eine halbe Million Euro an die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, da diese stark in der Ebola-Hilfe in Westafrika tätig ist.
  • das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg bekommt seine Mittel stark aufgestockt
  • der an Ebola erkrankte amerikanische Arzt Dr. Brentley und seine ebenfalls erkrankte Kollegin Nancy sind zur Behandlung mittels eines Spezial-Flugzeugs in Atlanta/USA eingetroffen. Deren Zustand hat sich verschlechtert.
  • es werden etliche sogen. „expats“, ausländische Helfer, teils in Sonder-Flugzeugen aus Liberia ausgeflogen
  • aus dem Hinterland kommen Hilferufe von den wenigen noch arbeitenden Gesundheitsstationen, auf daß die Motivation des noch verbliebenen medizinischen Personals kaum noch vorhanden ist. Die Menschen haben Angst; denken nicht an ihre Mission langfristig, sondern nur kurz an eben sich selbst.
In den Busch-Clinicen unserer Organisation wie z. B. hier in Mawah am St.-Paul-River wird auch von dem unermüdlichen Screener Thomas v. Zealen weiterhin gearbeitet

In den Busch-Clinicen unserer Organisation wie z. B. hier in Mawah am St.-Paul-River wird auch von dem unermüdlichen Screener Thomas v. Zealen weiterhin gearbeitet

  • die Preise für Hygieneartikel sind mittlerweile ins exorbitante gestiegen. langsam wird auch sonst alles teuer. Dies bedeutet, daß sehr sehr bald die Armut im Land noch schlimmer werden wird.
  • da in Westafrika Tausende von Libanesen leben, verweigert ab heute die Regierung des Libanon die Vergabe von Arbeitserlaubnissen für Bürger, die von dort kommen.

01.08.2014

  • viele Leute denken, dass in den „bodybags“ die Leichen der Ebola-Opfer verstümmelt sind und Organe entnommen, weil diese nicht einsichtig sind
  • dann noch die Ethnien/Religionen, denn die Moslems halten sich jetzt teils an den Christen schädlich, weil diese Bushmeat essen und dies nun die „Sündenbestrafung“ ist.
  • die Kirchen sind voll; es finden viele Sonder-Gottesdienste statt, wo die Menschen um Vergebung bitten, weil Gott sie „bestraft“
  • Dr. Kent Brantley, der herausragende Ebola-Arzt in Liberia, der sich selbst infiziert hat, erhielt mittlerweile eine Transfusion mit den Antikörpern eines der Jungen, den er selbst erfolgreich gegen das Virus behandelt hat.
  • seine Helferin Nancy Writebol, die auch infiziert in deren einzigem Zentrum deren Organisation „Samaritains Purse“ liegt, erhielt nun offenbar als erster Mensch weltweit ein Serum gegen das Virus, das bisher einzig an Afen getestet wurde, da allerdings erfolgreich
  • aufgrund etlicher zunehmender Gefährdungen seitens der Bevölkerung, die auch privat gegen die Mitarbeiter vorgeht, ziehen sich nun erste große und damit auch wichtige Hilfsorganisationen wie „peace corps“ aus Liberia zurück, die dort immens die Arbeit der Regierung unterstützt hatten.

31.07.2014

    • es werden jetzt seit gestern ALLE Krankenhäuser geschlossen und besprüht; wann geöffnet ist ungewiss
    • das einzige Center für Ebola im ELWA-Compound ist überfüllt mit mehr als 25 ernsthaft Kranken, was nur für 18 Pat. gebaut wurde
Das normale Krankenhaus auf dem ELWA-Compound, jetzt ELWA-1 genannt

Das normale Krankenhaus auf dem ELWA-Compound, jetzt ELWA-1 genannt

  • im Lower Bong County ( wo die Familie und Famata wohnt ) gibt es nun mindestens einen sicheren Fall von Ebola
  • es werden immer öfter tote Menschenkörper an Strassenrändern oder eben ausgelassen aus den Wohngebieten gefunden; die Menschen wissen nichts von den kostenlosen Telefonnummern, unter der man solches melden kann.
  • die WHO hat die höchste Alarmstufe ausgerufen
  • der berühmte Wissenschaftler Scheik Umar Khan, der nach Hamburg ausgeflogen werden sollte, ist gestorben
  • es gibt erste Diskussionen, eine antivirale Medizin bereits jetzt ungetestet an Menschen anzuwenden, von der man weiß, daß sie bei der gleichen Familie wie der Ebola-Stamm an Affen gut gewirkt hat
  • Handschuhe und Chlora ist fast ausverkauft
  • Man hat schon Kranke abgewiesen von Gesundheitsstationen aus Angst der Mitarbeiter;
  • die Ministerien werden leer, weil kaum jemand sich mehr zur Arbeit traut
  • die Gesundheitssituation wird immer prekärer, weil alle Krankenhäuser geschlossen sind und auch die meisten Health Posts nicht mehr arbeiten; dadurch können die Menschen auch für „normale“ Krankheiten keine Behandlung mehr bekommen.
  • da die Schulen geschlossen sind und sehr sehr viele Geschäfte, verdienen die Menschen kein Geld ( es gibt keine Lohnfortzahlung ) und die finanzielle Situation nähert sich langsam einer richtigen Not!
  • vor vielen Geschäften stehen Eimer mit Desinfektionsmitteln für die eintretenden Kunden
  • Banknoten werden meist durch desinfizierendes Chlor gezogen
  • Kinder werden kaum noch zu Veranstaltungen etc. geschickt
  • sehr viele Menschen in der Hauptstadt tragen Handschuhe
  • die nigerianische Regierung soll viele Gelder an Liberia zur Bekämpfung des Virus gegeben haben, jedoch keiner weiss, wohin diese verschwunden sind

30.07.

  • 5 Ärzte des JFK-Hospitals sind bis heute an Ebola gestorben; sie benutzten alle dieselbe Toilette
  • 6 Ärzte starben im Phebe-Hospital in Gbarnga
  • das JFK ist wie alle Krankenhäuser in Monrovia heute für einige Tage geschlossen worden, da sie überall besprüht werden
  • die Präsidentin hat 5.000.- USD nur für Desinfektionsmittel gegeben, damit erst alle Strassen der Hauptstadt und dann auch im Umland besprüht werden
  • Bushmeat wird überall auf den Märkten konfisziert

    Bush Meat wird auf dem Markt verkauft

    Bush Meat wird auf dem Markt verkauft

  • im Nimba-County gibt es eine Familie, die einen bestätigten Fall von Ebola verweigert, ihn zur Behandlung auszuliefern
  • Handschuhe werden knapp im Land zu kaufen

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